2012: 7-mal mehr Windstrom

20.04.2007 | Basel
Exponenten aus der Stromwirtschaft, der Finanzbranche und der Politik begrüssen die verbesserten Rahmenbedingungen für die Schweizer Windenergie. Dank grosser Nachfrage, einem positiven Bundesgerichtsurteil und der vom Parlament beschlossenen kostenbasierten Einspeisevergütung scheint eine Versiebenfachung der heutigen Windstromproduktion in den kommenden fünf Jahren realistisch.

Die Tagung mit dem Titel "Windwärts! Schweizer Windenergie im Aufbruch" vom 20. April in Bern hat gezeigt, dass die Windenergienutzung auch in der Schweiz Potenzial hat. Die Rahmenbedingungen für die Branche haben sich in den letzten Monaten erfreulich entwickelt. Fachreferenten erläuterten die entscheidenden Faktoren: Dazu gehören die grosse Nachfrage von Firmen- wie Privatkunden nach Naturstrom und das kürzlich durch die eidgenössischen Räte revidierte Energiegesetz, das eine kostenbasierte Vergütung für Strom aus erneuerbaren Energiequellen vorschreibt. Dazu kommen auch das halbe Dutzend Kantone, die im Rahmen ihrer Richtplanung Windenergiezonen ausscheiden sowie ein Bundesgerichtsurteil, das der Produktion von Windstrom ein starkes öffentliches Interesse zugesteht.

Michael Kaufmann, Vize-Direktor des Bundesamtes für Energie und Programmleiter von EnergieSchweiz, zeigte sich in seinem Referat erfreut über die Einspeisevergütung, die einen "gewaltigen Schub" in der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auslösen werde. Zurzeit arbeiten die Behörden an der Energieverordnung, die einen Bonus für Anlagen unter 500 kW Leistung wie auch für solche in Höhenlagen über 1700 m ü.M. vorsieht. Tagungsbeobachterin Barbara Marty Kälin, Präsidentin der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats, bezeichnete es als schöne Tatsache, dass mit der Suisse Eole-Tagung die Umsetzung des Gesetzes schon in Angriff genommen werde,

bevor es überhaupt in Kraft sei.

Bis im Jahr 2012 ist gesamthaft mit einer Steigerung der jährlichen Windstromproduktion von 15 auf 105 Mio. kWh zu rechnen. Die gegenüber heute siebenfache Leistung könnte den Bedarf von rund 30’000 Haushalten decken. Die Fördervereinigung Suisse Eole rechnet mit Investitionen von 150 Mio. Franken, wovon ein Drittel den Standortregionen zugute kommen wird. Das mittelfristige Potenzial der Windstromerzeugung in der Schweiz liegt gemäss Bundesamt für Energie bei 1-2 Prozent des Stromkonsums. An der Tagung haben sich rund hundert Energie-, Umwelt- und Raumplanungsexperten, Investoren und Stromversorger bzw. Stromproduzenten, Vertreter von Behörden, Politik und Landwirtschaft zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch getroffen.

Quelle: Pressemeldung Suisse Eole Geschäftsstelle c/o ENCO AG

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