Aha-Erlebnis für Schwarz-Gelb: Salz out, Gorleben tot
Die heutige Zeugenvernehmung hat unseren Verdacht erhärtet, dass an der politischen Fixierung auf Gorleben kritische Stimmen aus der Wissenschaft und negative Erkundungsergebnisse systematisch abgeprallt sind. Der Zeuge Prof. Klaus Duphorn, ein hoch anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Quartärgeologie, hat ausgesagt, dass die Untersuchungsergebnisse Anfang der 1980er Jahre immer mehr gegen die Eignung des Salzstocks als Endlager sprachen. Je mehr und je tiefer er mit seinem Team gebohrt habe, desto schlechter seien die Ergebnisse geworden.
Diese Ergebnisse seien jedoch von seinem Auftraggeber, dem Bundesforschungsministerium, ignoriert worden. Zudem habe es mehrfach das Bestreben gegeben, ihn als Wissenschaftler zu diskreditieren. Dass das Forschungsministerium ihm im Anschluss an sein Gutachten zur Gorleben-Erkundung keine weiteren Aufträge erteilte, wertete Duphorn als Reaktion auf seine politisch unliebsamen Erkenntnisse. Weiter erklärte der Wissenschaftler, Akten mit kritischen geologischen Erkenntnissen zur Nichteignung von Gorleben seien 20 Jahre unter Verschluss gehalten worden.
Duphorn hält den Salzstock Gorleben auch heute für ungeeignet für die Einlagerung radioaktiver Abfälle. Die Erkundung von Salzstöcken als mögliche Endlager sei inzwischen international "out". Für ihn sei Gorleben daher tot.
Für uns hat die Vernehmung gezeigt: Damals wie heute gibt es erhebliche wissenschaftliche Zweifel an der Eignung von Gorleben. Umso unverantwortlicher ist es, dass die Bundesregierung an der alleinigen Erkundung Gorlebens festhält. Stattdessen sollte sie endlich die Wissenschaft ernst nehmen und ein ergebnisoffenes Erkundungsverfahren an mehreren Alternativstandorten einleiten.
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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