"Appetit auf Öko-Fonds"
Glauben Sie, dass Investoren bei ihren Entscheidungen Faktoren berücksichtigen, die den Klimawandel betreffen?
Ja, ich glaube schon. Noch vor fünf Jahren war der Klimawandel kein wirkliches Kriterium der Anleger, aber das hat sich eindeutig geändert. Trotz des enttäuschenden Ergebnisses des Klimagipfels in Kopenhagen bemühen sich die Staaten auch weiterhin um eine Senkung ihrer CO2-Emissionen und haben nationale Ziele zu ihrer Verringerung festgelegt. So hat sich beispielsweise die EU verpflichtet, ihre Emissionen bis 2020 um 20 Prozent zu senken. Ferner hat die Einrichtung eines Emissionshandelssystems in der EU einen Markt für den Zertifikatehandel geschaffen.
Außerdem wird ein bedeutender Teil der Gelder von fast allen 2009 angekündigten Konjunkturpaketen für die Entwicklung von Umwelttechnologien eingesetzt - großenteils im Bereich der Wind- und Solarenergie, der Energieeffizienz und der intelligenten Stromsysteme. In jedem Fall bietet dies dem langfristig orientierten Investor Anlagechancen. Es ist ziemlich klar, dass die Rahmenbedingungen für eine Wirtschaft, die weniger CO2 ausstößt, allmählich verankert werden. Meiner Meinung nach wird sich dieser Trend weiterhin verstärken, ein Umstand, den viele Anleger nicht ignorieren können.
Wie wird die Nachfrage der Kunden nach Öko-Fonds Ihrer Ansicht nach 2010 vermutlich aussehen?
Der Appetit auf ökologisch ausgerichtete Fonds ist unserer Meinung nach robust geblieben. Selbst während der schwierigsten Phase auf den Finanzmärkten, die wir 2008 und Anfang 2009 erlebten, blieben die Abflüsse aus unserem Allianz RCM Global EcoTrends Fonds stabil.
Dies hat uns zwei Dinge bewusst gemacht: Die Anleger betrachten diesen Bereich als langfristiges Thema, dessen Bedeutung weiter wachsen und immer interessantere Anlagemöglichkeiten bieten wird. Und zweitens zeigt dieses Verhalten ein hohes Maß an Zuversicht, dass der Umwelttechnologiebereich bestehen bleiben wird und einen seriösen Anlagesektor darstellt.
Selbst in den schwierigsten Zeiten ist es uns gelungen, das Volumen der neuen Kapitalanlagen durch die Auflage neuer Fonds in Japan zu erhöhen, die uns 360 Millionen Euro an Neuanlagen für EcoTrends einbrachten. Daher sehen wir keinen Grund, warum der Appetit auf Öko-Fonds im Jahre 2010 nicht weiter bestehen bleiben und vielleicht sogar noch steigen sollte.
Inwieweit setzen Ihre Annahmen hohe Staatssubventionen etwa für die Solarindustrie voraus?
Die Politik und die gesetzlichen Regelungen sind einer der Schlüsselfaktoren, die derzeit das Wachstum des Umwelttechnologiesektors antreiben. Das ist besonders offensichtlich im Bereich der alternativen Energien, der trotz des massiven Preisrückgangs weiterhin auf staatliche Subventionen angewiesen bleibt, wie es sie in Deutschland gibt.
Doch da sich der Wettbewerb bei diesen Technologien mit dem Markteintritt der kostengünstiger arbeitenden Chinesen verschärft, werden wir weiterhin eine einseitige Preisentwicklung nach unten erleben, wodurch sich die Kosten für alternative Energien den Kosten für konventionelle Energien noch stärker annähern werden. Obwohl dies kurzfristig schmerzhaft sein wird, glauben wir, dass es längerfristig eine breitflächigere Einführung von alternativen Energien zur Folge haben wird, wodurch wiederum immer größere Märkte und Anlagemöglichkeiten entstehen.
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.
Quelle: Pressemeldung Allianz Group
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