Baumbesetzung gegen Klimakiller Vattenfall
Die beiden AnwohnerInnen, die bereits seit dem 3. Dezember einen Baum im Gählerpark besetzt halten, haben damit seit heute neue NachbarInnen.
Der Energiekonzern Vattenfall will eine rund 12 Kilometer lange Fernwärmetrasse bauen, die vom neuen Kohlekraftwerk Moorburg quer durchs Hafengebiet und Altona bis nach Diebsteich führen soll. ROBIN WOOD fordert einen Verzicht auf die Trasse, einen Baustopp für das Kohlekraftwerk Moorburg sowie einen grundlegenden Wechsel in der Energiepolitik der Stadt: weg von extrem klimaschädlichen Großkraftwerken in der Hand marktbeherrschender Konzerne hin zu dezentralen Strukturen auf Basis erneuerbarer Energien. Der Bau der Trasse ist zudem ein Paradebeispiel dafür, wie die Stadt Hamburg Rechte von AnwohnerInnen bei der Planung großer Bauvorhaben missachtet, einseitig Wirtschaftsinteressen berücksichtigt und städtisches Grün vernichtet. Weil dies kein Einzelfall ist, beteiligt sich ROBIN WOOD auch an der heutigen Parade "Recht auf Stadt" in Hamburg.
Vattenfall baut derzeit im Stadtteil Moorburg ein 1.600-Megawatt-Kohlekraftwerk. Über acht Millionen Tonnen Kohlendioxid wird diese Dreckschleuder künftig Jahr für Jahr in den Hamburger Himmel blasen und damit das Klima doppelt so stark belasten wie der gesamte Straßenverkehr in der Hansestadt. Anstatt das alte Heizkraftwerk Wedel durch ein modernes 800-Megawatt-Gaskraftwerk zu ersetzen, hat sich der Konzern für ein doppelt so großes Kohlemonster an die Elbe entschieden - und vom schwarz-grünen Senat dafür grünes Licht bekommen. Trotz der an sich sinnvollen Fernwärmeauskoppelung wird dieses Kraftwerk nur einen Wirkungsgrad von maximal 60 Prozent erreichen und damit wesentlich ineffizienter arbeiten als ein modernes Gaskraftwerk. Ohne die Fernwärmetrasse ließe sich das Kraftwerk Moorburg nicht rentabel bewirtschaften. Die Trasse ist somit die Achillesferse des Riesen Vattenfall.
"Klimapolitik heißt für uns: nicht warten, dass die Mächtigen auf Konferenzen die Welt retten, sondern vor Ort handeln. Deshalb stellen wir uns hier und heute den Klimasauereien von Vattenfall in den Weg", sagt ROBIN WOOD-Baumbesetzerin Cécile Lecomte. "Umweltsenatorin Anja Hajduk rühmt sich damit, dass Hamburg 2011 den Titel "Grüne Hauptstadt Europas" tragen wird. Fragt sich, wofür eine Stadt das verdient, die auf Jahrzehnte eine extrem klimaschädliche Energiepolitik zementiert und den Anwohnern das letzte bisschen Grün vor ihrer Haustür weg schlägt."
Für die Trasse soll eine neun Meter breite Schneise durch den Grünzug Altona geschlagen werden. Entlang der Trasse sollen rund 400 Bäume gefällt werden, für die es vor Ort keinen angemessenen Ersatz geben wird. Trotz dieses massiven Eingriffs sind weder BürgerInnen noch Naturschutzverbände an der Planung beteiligt worden. ROBIN WOOD hält dies - ebenso wie der BUND Hamburg, der dagegen Klage eingereicht hat - für rechtswidrig.
Die BaumbesetzerInnen freuen sich über Besuch und Unterstützung in Form von heißen Getränken, veganem Essen und Aktionsideen.
Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.
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