Bremen ist Spitze – auch beim Feinstaub

07.09.2008 | Bremen
Anlässlich der Hochstraßentour des Fahrradclubs ADFC am heutigen Sonntag starten Bremer ROBIN WOOD-AktivistInnen eine Protestaktion für bessere Luft in ihrer Stadt. Mit Schutzmasken und Warnwesten mit dem Aufdruck „Feinstaub kann tödlich sein!“ demonstrieren die UmweltschützerInnen für wirksame Maßnahmen gegen Feinstaub.

Anlässlich der Hochstraßentour des Fahrradclubs ADFC am heutigen Sonntag starten Bremer ROBIN WOOD-AktivistInnen eine Protestaktion für bessere Luft in ihrer Stadt. Mit Schutzmasken und Warnwesten mit dem Aufdruck „Feinstaub kann tödlich sein!“ demonstrieren die UmweltschützerInnen für wirksame Maßnahmen gegen Feinstaub. Die Feinstaubgrenzwerte in Bremen sind in diesem Jahr bereits an fünfzig Tagen überschritten worden. Damit nimmt Bremen bundesweit eine traurige Spitzenposition ein. Die Europäische Union fordert bereits ab 35 Tagen im Kalenderjahr, an denen der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft überschritten ist, Maßnahmen zur Luftreinhaltung. Trotz der dramatischen Messergebnisse ist keine Abhilfe in Sicht. Die Pläne des rot-grünen Senats für eine Umweltzone in der Bremer City wurden bis zur Wirkungslosigkeit zurechtgestutzt. „Ihren eigentlichen Zweck, den Schutz der Gesundheit der Menschen in der Stadt, verfehlt die Umweltzone, und es bleibt nur ein schöner Name“, kritisiert Werner Behrendt, von der ROBIN WOOD-Regionalgruppe Bremen. „Die Stadt will Firmen und AutofahrerInnen keine Mehrkosten zumuten. Die überfällige Verringerung der Feinstaubemissionen gibt es aber nicht zum Nulltarif, und körperliche Unversehrtheit ist unser Grundrecht.“ Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation sprechen eine deutliche Sprache: Ihre Untersuchungen ergaben, dass Feinstäube die durchschnittliche Lebenserwartung in der Europäischen Union im Mittel um 8,6 Monate verkürzen, in Deutschland sind es sogar 10,2 Monate. „Mit seiner Politik, der Wirtschaft nicht weh zu tun, ist der grüne Umweltsenator, Reinhard Loske, auf dem falschen Weg“, sagt Behrendt. „Wir fordern wirksame Umweltzonen für die ganze Stadt statt unzähliger Ausnahmen.“ Deshalb nehmen ROBIN WOOD-AktivistInnen ab Sonntag das Heft selbst in die Hand und halten sich zumindest etwas vom krebserregenden Feinstaub mit professionellen Schutzmasken vom Leib. Mit großflächigen Hinweisen im Stil von Tabakverpackungen auf ihrer Kleidung warnen sie gut sichtbar: Feinstaub kann tödlich sein!

Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.

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