Dresdner Umweltforscher offerieren ein computergestütztes Expertensystem für die effektive Sickerwasserprognose
Die Umweltwissenschaft benutzt den Begriff Sickerwasser für die in Böden und Deponien einsickernden Niederschläge. Um beurteilen zu können, welche Gefahren von verunreinigten Böden ausgehen, ist es erforderlich, das Verhalten von Schadstoffen im Untergrund (Transport, Abbau, Rückhalt) zu untersuchen und zu bewerten. Dies geschieht entsprechend der Bundesbodenschutzverordnung im Rahmen einer Sickerwasserprognose. Für organische und anorganische Schadstoffe erlaubt SiWaPro DSS nunmehr eine einfache und schnelle modellgestützte Prognose.
Hand in Hand mit der KP Ingenieurgesellschaft für Wasser und Boden mbH haben Prof. Dr. Peter-Wolfgang Gräber und sein junges Team das computergestützte Entscheidungshilfeprogramm entwickelt und dabei auf Forschungsergebnisse aus dem BMBF-Förderschwerpunkt "Sickerwasserprognose" gebaut. SiWaPro DSS soll es vor allem Fachbehörden und Ingenieurbüros ermöglichen, ohne detaillierte Kenntnisse der Modellierungstechnik zutreffende Sickerwasserprognosen zu erarbeiten. Aber auch für die Betreiber und Planer von Deponien (z.B. für Hausmüll, Erdaushub oder Bauschutt) kann das Expertensystem SiWaPro DSS interessant und nützlich sein. Müssen doch gerade die erwähnten Deponien vor ihrer Stilllegung gegen einsickerndes Regenwasser abgedeckt werden. Da bislang zur Anlagenbemessung von Deponieabdeckungen genutzte Verfahren die Strömungsvorgänge in den Abdeckschichten nicht präzise genug betrachten, werden die Abdeckschichten in der Praxis häufig überdimensioniert. Mit ihrem computergestützten Decision Support System sind die TU-Wissenschaftler nun jedoch in der Lage, die komplexen Prozesse in einer Deponieabdeckung besser nachzuvollziehen. In der Folge können effektive und sparsame Maßnahmen zur Deponieabdeckung realisiert werden.
Weitere Anwendungsmöglichkeiten für das Programmsystem sehen die Entwickler bei der Modellierung von Deichen und Dämmen zum Schutz vor Hochwasserereignissen. Weiterhin wird eine genauere Prognose für die Landwirtschaft und den Naturschutz möglich sein.
Die weltgrößte IT-Messe wollen Prof. Gräber und seine Kollegen nutzen, ihr computergestütztes Entscheidungshilfesystem mit dem fachkundigen Publikum zu diskutieren und Interessenten für künftige gemeinsame Projekte zu gewinnen.
Quelle: Pressemeldung Technischen Universität Dresden
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