Endlich naturnahen Hochwasserschutz voran bringen - Auenschutzprogramm vorlegen

25.05.2010 | Berlin
In Polen hat das aktuelle Hochwasser bereits große Schäden angerichtet und Todesopfer gefordert. Nun bedroht es Brandenburg. Dazu erklärt Nicole Maisch MdB:

Die Flutkatastrophe in Polen, die nun auch Brandenburg bedroht, macht die politischen Versäumnisse der vergangenen Jahre schmerzhaft deutlich. Seit Jahren fordern wir einen modernen und naturnahen Hochwasserschutz. Den Flüssen muss mehr Raum geboten werden. Der technische Hochwasserschutz ist teuer und kann die in Folge des Klimawandels stärker werdenden Überschwemmungen kaum beherrschen. Trotzdem hat die Bundesregierung sich zu stark an den klassischen Methoden des Hochwasserschutzes orientiert. Das reicht nicht aus, um die Bevölkerung zu schützen.

Intakte Flussauen können einen wichtigen Beitrag zu einem naturnahen Hochwasserschutz leisten. Sie verlangsamen den Abfluss des Wassers und können als großflächige Überschwemmungsgebiete große Wassermaßen aufnehmen. So können die Risiken für bebaute und bewohnte Gebiete vermindert werden.

In Deutschland sind nur noch zehn Prozent der Flussauen in einem guten Zustand. Und es werden immer weniger. Dieser Prozess muss aufgehalten werden. Mit einem Auenschutzprogramm können wir Klimaschutz, Artenschutz, Hochwasserschutz und Trinkwasserschutz verbinden. Es ist höchste Zeit zu handeln.

Unser Antrag, ein Auenschutzprogramm vorzulegen, ist bei der ersten Beratung im Deutschen Bundestag von den Rednern aller Fraktionen begrüßt worden. Unser Antrag und ein ähnlicher Antrag der SPD wurden zur weiteren Beratung in die Ausschüsse verwiesen

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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