Energie besser nutzen - Technologie für erneuerbare Energien
Den größten Messeauftritt hat Freudenberg mit seiner Marke simrit für Dichtungs- und Schwingungstechnik, für die allgemeine Industrie, also zum Beispiel Maschinen- und Anlagenbau, Hydraulik und Pneumatik und das wachsende Marktsegment der erneuerbaren Energien.
Anspruchsvolle Dichtungstechnologie
Dazu gehören beispielsweise Windkraftanlagen als Träger von regenerativer Energie. Wichtig für diese Kraftanlagen ist, dass die Rotoren mit möglichst wenig Reibung beweglich bleiben und der Turmkopf drehbar. Dafür sorgen hydraulische oder elektromechanische Getriebe, die Freudenberg mit kompletten Dichtungspaketen ausstattet. Ein spezielles Simmerring-Dichtsystem mit Sensoren ermöglicht eine Fernüberwachung der hoch beanspruchten Wellenabdichtungen in Windkraftanlagen und trägt dazu bei, den Wartungsaufwand möglichst klein zu halten. Solche Arbeiten müssen die Spezialisten immerhin teilweise in 70 Meter Höhe am Seil hängend erledigen. Das System entdeckt undichte Stellen und sendet Informationen an den Betreiber oder Wartungsspezialisten. Je nach Schaden kann der Wartungsspezialist nun entscheiden, ob sofort repariert werden muss oder die Dichtung innerhalb eines regulären Wartungsintervalls ohne zusätzliche Ausfallzeit des Aggregats ausgetauscht werden kann. Das spezielle Dichtungssystem spart Wartungskosten und schützt vor größeren Schäden und wurde von Freudenberg Ingenieuren in Weinheim entwickelt.
Vom gebündelten Know-how der Freudenberg Gruppe bei Dichtungstechnologie, Mechatronik und Schmierstofftechnik profitieren die Hersteller von Land- und Baumaschinen. Neben speziellen Dichtungspaketen zur Emissionsreduzierung wurden spezielle Dichtungen für alternative Kraftstoffe entwickelt. Biokraftstoff wird weltweit aus unterschiedlichen Rohstoffquellen gewonnen. Diese unterschiedlichen Biodieselqualitäten haben vielfältige Einflüsse auf das eingesetzte Material. Die Dichtungswerkstoffe müssen daher allen weltweiten Anforderungen gerecht werden. Im Biodiesel sind Nebenprodukte aus dem Herstellprozess enthalten, die zu Zersetzung und Verharzungen führen können. Das kann die Dichtfunktion, aber auch die Motorleistung beeinträchtigen. In rund 15 Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit hat Simrit verschiedene Elastomerwerkstoffe entwickelt, die sich speziell für Dichtungen im Kontakt mit Biokraftstoffen und deren Gemischen eignen.
Sicherheit gegen Produktfälschungen
Eine weitere Messeneuheit hilft den Herstellern von Maschinen und Anlagen, sich gegen Produktfälschungen und daraus entstehende Schäden abzusichern. Mit dem weltweit ersten fälschungssicheren Kennzeichnungsverfahren für Elastomerdichtungen können nun auch alle Simrit Elastomerbauteile, wie Dichtungen, Membranen und Elastomerverbundteile, markiert werden. Das System bietet mit Informationen über Artikelbezeichnung, Bauform, Abmessung, Material, Herstelldatum und Seriennummer eine eindeutige Produktkennzeichnung für eine sichere Rückverfolgbarkeit. Mit der Produktkennzeichnung sind auch Nachahmerprodukte und Fälschungen erkennbar.
Dehnbare Elektronik
STELLA (Stretchable Electronics for Large Area Applications) ist ein EU Projekt, das sich mit der Entwicklung dehnbarer Elektronik für großflächige Anwendungen beschäftigt. Die Freudenberg Forschungsdienste KG ist Konsortialführer in dem von der EU geförderten Forschungsprojekt. In Hannover zeigt das Projekt an Demonstratoren, welche neuen Möglichkeiten die dehnbare Elektronik bietet, vor allem in der Medizintechnik und im Automobilbereich. "Wir sind dem Ziel, eine bequeme, körpergerechte und dehnbare Elektronik zu entwickeln, schon sehr nahe gekommen. Auf Basis von Demonstratoren ist es schon Realität", so Dr. Christopher Klatt, Freudenberg Forschungsdienste, der das Stella-Projekt leitet. Im Mittelpunkt stehen medizinische Anwendungen bis hin zu Implantaten. Konkrete Entwicklungsprojekte gibt es beispielsweise bei der Überwachung von frühgeborenen Babys, in der Verpflegung von offenen Wunden mittels Druckverbänden und bei der Messung verschiedener Körperwerte wie Puls, Temperatur und Kalorienverbrauch durch direkt am Körper getragene Elektronik - eine Anwendung, die sowohl in der Medizin als auch im Freizeitbereich gefragt ist. Ein weiteres Beispiel: Die Freudenberg Forschungsdienste und die ehemalige Freudenberg Tochter nora Systems haben zusammen eine flexible Schuheinlage entwickelt, die durch Druckmessung frühzeitig auf Durchblutungsstörungen bei Diabetespatienten aufmerksam machen kann.
Neben dem Medizin-, Fitness- und Gesundheitsbereich gilt auch die Automobilindustrie als Interessent für die dehnbare Elektronik, etwa wenn es um beheizbare Autositze geht. Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist die dreidimensionale Autoinnenraumverkleidung auf Vliesstoffbasis mit integrierten elektronischen Funktionen. "Aus dem EU-Projekt Stella sind inzwischen mehrere Patente und fünf konkrete Prototypen hervorgegangen. Im verbleibenden Projektjahr geht es nun darum, diese auf ihre Praxistauglichkeit zu testen. Ich bin mir aber sicher, dass sich aus den gefundenen Technologien noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten ergeben. Das Thema "Dehnbare Elektronik" steht erst am Anfang, es hat noch großes Potenzial", sagt Dr. Klatt.
Magnetschaum
Die Forschungsdienste von Freudenberg stellen in Hannover auch einen neuartigen Werkstoff vor: Magnetschaum. Das innovative Material hat erstaunliche Eigenschaften. Es ist weich, elastisch und kompressibel, verfügt aber gleichzeitig über eine bemerkenswerte magnetische Wirkung. Sowohl weichmagnetische Schäume, die sich ähnlich wie Eisen verhalten, wie auch permanent-magnetische Schäume können hergestellt werden. Vielfältige Anwendungen des Magnetschaums sind denkbar, wie der Einsatz als weicher Sensor für Druckmessungen an der Haut.
Die saubere Energiequelle Brennstoffzelle
Brennstoffzellen finden als Energielieferant vor dem Hintergrund der nötigen CO2 Einsparungen zunehmende Aufmerksamkeit. Komponenten für diese saubere Energiequelle entwickelt die Freudenberg Fuel Cell Component Technologies KG. Die Experten zeigen auf dem Gemeinschaftsstand "Wasserstoff und Brennstoffzellen" die neuesten Produktentwicklungen. Darunter sind neue Varianten für Gasdiffusionslagen in Brennstoffzellen. Diese Komponenten sind auf Vliesstoffbasis hergestellt, womit hervorragende Eigenschaften für den Einsatz in den verschiedenen Brennstoffzellenarten und -anwendungen möglich sind. Ebenso zeigt das Unternehmen neu entwickelte Standardfilter für verschiedene Brennstoffzellen-Leistungsklassen, sowie die neuen Befeuchtermodule für Anwendungen im 1 bis 5 kW Bereich.
Neben Komponenten auf Vliesstoffbasis stellen die Freudenberg-Experten in Hannover einen elastomeren Dichtungswerkstoff vor, den sie speziell für die Brennstoffzellenanwendung entwickelt haben.
Quelle: Pressemeldung Freudenberg & Co. Kommanditgesellschaft
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