Erdgas ist die Brückentechnologie, nicht Atomkraft

25.08.2010 | Berlin
Zu der heute von Greenpeace vorgestellten Studie des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie "Erdgas: Die Brücke ins regenerative Zeitalter" erklärt Oliver Krischer, Sprecher für Energie- und Ressourceneffizienz:

Die Studie des Wuppertal-Instituts belegt einmal mehr, was allen Fachleuten klar ist, aber hinter der polarisierenden Atomdebatte oft vergessen wird: Bis zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien wird Erdgas eine immer wichtigere Rolle in der Stromversorgung Deutschlands spielen - bei lediglich einem Drittel CO2-Austoß im Vergleich zu Kohle. Hochmoderne und flexible Gaskraftwerke machen zusammen mit den dezentralen Blockheizkraftwerken Kohle- und Atomkraftwerke überflüssig und können die Schwankungen bei Solar- und Windstrom ausgleichen. Kleine Blockheizkraftwerke ersetzen alte Gaskessel und machen den Keller zum Kraftwerk.

Die Bundesregierung versäumt in ihrem Atomwahn, die Weichen richtig zu stellen, damit Erdgas zur Brückentechnologie werden kann. Einsparung, Diversifizierung der Lieferländer, Wettbewerb im Gasmarkt und eine angemessene Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung - von der Bundesregierung hört man nichts zu diesen Themen. Außerdem hat Deutschland hat als einziges westeuropäisches Land noch immer keine Flüssigerdgas-Terminals (LNG), die eine von Pipelines unabhängige Gasversorgung sichern könnten Der Wettbewerb im Gasmarkt kommt wegen oligopoler Strukturen noch immer nicht in Gang und die bisherige Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung reicht nicht, um dieser Technik zum Durchbruch zu verhelfen. Hier und nicht bei Laufzeitverlängerungen gäbe es reichlich Handlungsbedarf für die Bundesregierung.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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