Greenpeace-Klimaschutztour endet in Moorburg

11.12.2008 | Hamburg
Feuriger Protest gegen Baupläne

Mit einem feurigen Protest gegen das geplante Steinkohlekraftwerk in Hamburg Moorburg endet heute die bundesweite Klimaschutztour von Greenpeace. Vor der Baustelle haben die Aktivisten einen rund drei Meter breiten und ebenso hohen brennenden CO2-Schriftzug entzündet. Neben der gasgespeisten Fackel warnt ein Banner: Kohlekraft verheizt das Klima! Insgesamt haben die Umweltschützer in den vergangenen vier Wochen an 21 Orten gegen klimafeindliche Politik und Industrie demonstriert. Unter anderem vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gegen die Klimapolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie beim Braunkohlekraftwerk Jänschwalde gegen die verfehlte Energiepolitik des Energiekonzerns Vattenfall.

Greenpeace Aktivisten protestieren mit einem brennenden CO2 Zeichen vor einem Kohlekraftwerk in Mainz.

Kohle ist Gift fürs Klima, erklärt Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Kein anderer deutscher Energiekonzern bietet klimaschädlicheren Strom an als Vattenfall. Jede bei Vattenfall erzeugte Kilowattstunde Strom hat im Schnitt 890 Gramm Kohlendioxid produziert, das ist Negativrekord in Deutschland. Der Durchschnitt des Energiemixes in Deutschland liegt bei 596 Gramm Kohlendioxid.

In Hamburg fordert Greenpeace von Vattenfall, den Bau des Kohlekraftwerks Moorburg im Interesse des Klimaschutzes aufzugeben. Als Alternative für den Standort Moorburg schlägt Greenpeace den Bau eines Gaskraftwerkes der halben Größe vor, das lediglich ein Viertel so viel CO2 ausstoßen würde.

Anstatt in Kohlekraftwerke muss Vattenfall in Erneuerbare Energien investieren, sagt Smid. Zurzeit erzeugt der Konzern nur 0,04 Prozent seines Strommixes aus Windenergie. Der aktuelle Report Schwarzbuch Vattenfall - strahlend und verkohlt hinein in den Klimawandel zeigt auf 32 Seiten das tatsächliche Engagement des Konzerns beim Klimaschutz: Der Konzern versucht sich mit der realitätsfernen PR-Kampagne Klimaunterschrift als klimafreundlich zu verkaufen. Untersucht werden ferner seine Organisationsstruktur, die Gewinne, die Lobby-Methoden, seine Interaktion beim Emissionshandel und das Versagen bei diversen Unfällen in deutschen und schwedischen Atomkraftwerken.

Als Übergangslösung für eine zukunftsorientierte Energieversorgung fordert Greenpeace den Bau effizienterer Kraftwerke. Als konkrete Alternative zum überdimensionierten Kohlekraftwerk Moorburg mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von 8,5 Millionen Tonnen schlägt Greenpeace ein Gaskraftwerk mit 800 Megawatt vor, bei dem mit Hilfe der Kraft-Wärme-Koppelung nicht nur Strom, sondern auch Wärme erzeugt wird. Gas ist im Vergleich zu Kohle ein Energieträger, der nur halb so viel klimaschädliche Emissionen ausstößt.

Quelle: Pressemeldung Greenpeace

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