Greenpeace: Atomaufsicht hat an der Asse II versagt

07.11.2008 | Hamburg
Greenpeace-Aktivisten haben heute morgen ein 25 Quadratmeter großes Banner mit der Aufschrift:

Asse-Gorleben, es gibt keine sicheren Endlager! auf dem Förderturm des Atommüllendlagers Asse II entrollt. Seit Mittwochmorgen protestieren die Aktivisten dort gegen die Lagerung von Atommüll in Salz. Parallel demonstrieren Aktivisten der Umweltschutzorganisation vor einer Podiumsdiskussion zur Asse im benachbarten Groß Denkte, an der auch der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) teilnimmt. Die Aktivisten zeigen Plakate mit den Gesichtern von Sander und Asse-Gutachter Klaus Kühn, den Verantwortlichen für den Asse-Skandal und das geplante Endlager in Gorleben. Heute startet in Frankreich ein Transport mit hochradioaktivem Atommüll nach Gorleben. Wie im Versuchsendlager Asse für leicht- und mittelradioaktiven Müll, soll in Gorleben ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll in einem unsicheren Salzstock entstehen.

Greenpeace-Aktivisten haben ein Banner auf dem Förderturm entrollt.

Sander muss von der Atomaufsicht in Niedersachsen entbunden werden, sagt Heinz Smital, Atomexperte von Greenpeace. Die Asse ist einsturzgefährdet und Radioaktivität tritt aus rostenden Atommüllfässern aus. Diese gefährliche Situation wurde von Sander fünf Jahre lang verschwiegen. Wer bei der Atomaufsicht der Asse versagt und die Aufhebung des Moratoriums in Gorleben fordert, handelt unverantwortlich gegenüber den Menschen in der Region.

Nach Greenpeace vorliegenden Informationen musste das niedersächsische Umweltministerium in seinem Statusbericht vom September diesen Jahres eingestehen, dass im Jahr 2006 Hinweise auf die Einleitung kontaminierte Lauge in tiefere Bereiche des Asse-Bergwerks überlesen wurden. Laut Bericht wären zudem mehr Mitarbeiter für eine bessere Atomaufsicht nötig.

Der ebenfalls von Greenpeace auf den Plakaten gezeigte Klaus Kühn war im Jahre 1965 Gründungsmitglied und später Direktor des Instituts für Tiefenlagerung des Asse-Betreibers, der Gesellschaft für Stahlen- und Umweltforschung (GSF). 1967 hatte Kühn einen Wassereinbruch in der Asse mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Im Jahre 1988 kam es jedoch zu Wassereinbrüchen in das Atommülllager. Der emeritierte Professor war zuletzt wissenschaftlicher Leiter der Asse und hat die Landesregierung in Endlagerfragen beraten.

Kühn kennt das gefährliche Inventar der Asse seit über 40 Jahren, sagt Smital. Wissenschaftliche Fehleinschätzungen sind bei einem so gefährlichen Thema wie der Endlagerung nicht hinnehmbar. Wie Sander hat auch Kühn als Hauptgutachter für die Asse und auch Gorleben versagt. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, eine Entscheidung gegen die Einlagerung von Atommüll in Salz zu treffen und den Standort Gorleben aufzugeben. Auch der Salzstock in Gorleben hat geologische Schwächen und Kontakt zum Grundwasser.

Quelle: Pressemeldung Greenpeace

Dieser Beitrag wurde bisher 67 mal gelesen.
(Rang 723 auf umweltschutz-infos.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Handy vergleich

08.02.2012 | Seit Jahren besitzt fast jeder Verbraucher ein Mobiltelefon. Die Handys haben sich im Laufe der Zeit immer...

weiter in Handy vergleich ...

Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung: "Wir brauchen einen neuen Aufbruch"

02.11.2011 | Am 28. und 29. Oktober 2011 haben der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung und die Vereinigung...

weiter in Der Parlamentarische Beirat für ...

Strompreisprognose 2012: Anstieg um 4 Prozent wahrscheinlich

19.10.2011 | Verivox hat ermittelt, dass die durchschnittlichen Strompreise für private Verbraucher zum Jahreswechsel um...

weiter in Strompreisprognose 2012: Anstieg um ...

Sony setzt voll auf Energie-Effizienz bei Fernsehern

09.06.2011 | Erst im November 2011 wird die EU-Vorgabe verbindlich - Sony setzt sie bereits jetzt um: Alle neuen BRAVIA...

weiter in Sony setzt voll auf ...



Aktuelles

Windenergienutzung im Wald

Fachseminar vermittelt fundierte Kenntnisse über...

weiter ...

Neuigkeiten

Gut für Umwelt und Geldbeutel

Der Bereich der Energieversorgung ist bei den Betriebskosten...

weiter ...

Klimawandel und Extremereignisse Weltklimarat IPCC zeigt zukünftige Risiken auf

Röttgen und Schavan: Klimaschutz stärken und Wissensbasis...

weiter ...

Weitere Themen

Handy vergleich

Seit Jahren besitzt fast jeder Verbraucher ein Mobiltelefon....

weiter ...

Archiv

Was bringen umweltfreundliche Mobiltelefone?

Fast täglich werden immer wieder neue Handys und Smartphones...

weiter ...

Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher

vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...

weiter ...

Verschiedenes

Neuer Windpark bei Polch versorgt 6.000 Haushalte mit sauberem Strom

pfalzwind GmbH bringt fünf Windräder nach nur vier Monaten...

weiter ...

Ab 2012 wieder Förderung für Rußpartikelfilter vom BAFA

Wer sein Dieselfahrzeug mit einem Partikelfilter nachrüstet,...

weiter ...