Internationale Logistiker sollen für ihre Treibhausgas-Emissionen zahlen

14.12.2009 | Hamburg
ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute beim Weltklimagipfel in Kopenhagen für Klimagerechtigkeit demonstriert. Sie beteiligten sich an einem vom Netzwerk "Climate Justice Action" organisierten Demozug zum dänischen Verteidigungsministerium am Holmenskanal, der unter dem Motto "Climate Justice = No Borders" (Klimagerechtigkeit = Keine Grenzen) stand.

ROBIN WOOD fordert als einen Beitrag zu mehr Klimagerechtigkeit, dass auch internationale Transportunternehmen Ausgleichszahlungen für die von ihnen verursachten Klimaschäden leisten müssen. Das Geld soll in einen Fonds fließen, aus dem Klimaprojekte im globalen Süden finanziert und damit die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort verbessert werden.

Der Klimawandel trifft die Menschen in den ärmsten Ländern der Erde am härtesten, obwohl sie selbst am wenigsten dazu beigetragen haben. Beispiel Flugverkehr: Nur ein Bruchteil der Weltbevölkerung ist mit dem Flugzeug unterwegs. Nicht diese privilegierte Schicht aber zahlt für die dadurch verursachten Klimaschäden. Ausbaden müssen die Folgen dieser extrem klimaschädlichen Mobilität vor allem Menschen in den armen Ländern dieser Erde. Notwendig wäre jedoch, dass - entsprechend dem Verursacherprinzip - diejenigen zahlen, die durch ihren Lebensstil die Schäden erst herbeigeführt haben.

Transportunternehmen werden bisher von allen Klimaschutzverpflichtungen verschont. Das Kyoto-Protokoll verfolgte bisher nur einen nationalen Ansatz, d.h. Treibhausgas-Emissionen werden nach Ländern erfasst. Der internationale Anteil der Verkehrsemissionen wird nur zum Teil erfasst und fällt bislang unter keine Emissionsgrenze. Um dies zu ändern, fordert ROBIN WOOD, international operierende Logistik-Konzerne direkt zur Verantwortung zu ziehen und sie zu verpflichten, Ausgleichszahlungen für die von ihnen verursachten Klimaschäden zu zahlen. Mit dem Geld sollen Klimaschutzprojekte im globalen Süden finanziert werden.

Auch gestern hatten sich etliche ROBIN WOOD-AktivistInnen an Protestaktionen in Kopenhagen beteiligt. Fünf von ihnen waren dabei, ein Banner an einer Fußgängerbrücke in der Nähe von Kopenhagens Wahrzeichen, der kleinen Meerjungfrau, aufzuhängen. Der Slogan lautete: "Transportation kills the climate! Pay climate debt for bunker-fuels" (Verkehr killt das Klima. Bezahlt die Klimaschulden für Flug- und Schiffstreibstoffe). Die Kletterer wurden jedoch frühzeitig von Zivilpolizisten gestoppt und vorläufig festgenommen, am gestrigen Abend dann aber wieder freigelassen.

Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.

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