Klimaverhandlungen: Verloren gegangenes Vertrauen der Entwicklungsländer zurück gewinnen
Damit die Klimakonferenz in Cancún im Dezember ein Erfolg werden kann, müssen in Bonn die Weichen gestellt werden. Im Moment muss oberste Priorität haben, das in Kopenhagen verloren gegangene Vertrauen der Entwicklungsländer zurückzugewinnen. Dazu ist Glaubwürdigkeit das Gebot der Stunde. Versprechen für frische finanzielle Mittel zur Anpassung an den Klimawandel in den Entwicklungsländern müssen gehalten und auch eigene Anstrengungen zur Reduzierung der Emissionen verstärkt werden.
Der wichtigste Beitrag, damit Deutschland und die EU Vertrauen zurück gewinnen, wäre jedoch die Unterstützung des Kyoto-Protokolls. Das Kyoto-Protokoll bietet eine verlässliche Basis für Entwicklungsländer - vor allem für die ärmeren Staaten. Deutschland und die EU haben seit dem Frühjahr 2008 diesen Vertrag zur Disposition gestellt, um die USA an Bord zu bekommen. Das hat sich in Kopenhagen bitter gerächt, als die EU völlig isoliert am Katzentisch der Diplomatie saß.
Aber auch aus purem Eigennutz muss die Bundesregierung dafür sorgen, dass es eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls nach 2012 gibt. Denn ohne vertragliche Grundlage bricht der globale Kohlenstoffmarkt zusammen, der auch für den Emissionshandel der EU von entscheidender Bedeutung ist. Da ein Nachfolgevertrag auf jeden Fall mehrere Jahre bräuchte, um in Kraft zu treten, muss jetzt über eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls eine Brücke hergestellt werden.
Denn niemand käme doch auf die Idee, den Mietvertrag für sein zu Haus kündigen, wenn noch keine neue Bleibe gefunden ist. Deshalb muss sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass die Verhandlungen für eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls spätestens in Cancún beginnen
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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