Leicht wie eine Feder, wärmend wie ein Federbett

07.07.2010 | Ludwigshafen
Angesichts steigender Anforderungen an Energie- und Materialeffizienz werden Wärmedämmung und Leichtbau immer wichtiger. Der BASF-Schaumstoff Basotect" bietet wirtschaftliche, maßgeschneiderte Lösungen für den ressourcenschonenden Einsatz von Energie und Material. Möglich sind so ein geringerer Energieverbrauch, weniger CO2-Emissionen und ein ökologisch bewusster Lebensstil.

Von diesem Potenzial des wärmedämmenden und leichten Werkstoffs zur Steigerung der Energieeffizienz profitieren besonders die Bereiche Bau und Mobilität: Hier findet Basotect jetzt verstärkt Einsatz in Solar-thermieanlagen, in der Klimatisierungstechnik und in Hochgeschwindig-keitszügen.

Der offenzellige Schaumstoff auf Melaminharzbasis verfügt über ein einzigartiges Eigenschaftsprofil: Aufgrund des Basismaterials ist er schwerentflammbar (B1 nach DIN 4102), abrasiv und kann bis 240 Grad Celsius eingesetzt werden, wobei er seine Eigenschaften über einen weiten Temperaturbereich behält. Aufgrund der offenzelligen Schaumstruktur ist er leicht (9 g/l), schallabsorbierend, flexibel auch bei tiefen Temperaturen und wärmedämmend. Herkömmliche Schäume definieren sich und ihr Anwendungsgebiet über eine Haupteigenschaft. Im Gegensatz dazu ist es bei Basotect die unterschiedliche Kombination der Eigenschaften, die es Kunden ermöglicht, ihn als vielseitige, hochwertige Lösung in energie-effizienten Anwendungen einzusetzen - mit Vorteilen von der Verarbeitung bis zur Endnutzung.

Wirkungsvolle Dämmung von Solaranlagen

Der Baubereich profitiert besonders von der geringen Wärmeleitfähigkeit des Materials von unter 0,035 Watt pro Meter und Kelvin (W/(m*K)) und der daraus resultierenden guten Wärmedämmleistung. Einen zusätzlichen Vorteil gegenüber herkömmlichen Dämmschaumstoffen bieten die hohe Temperaturbeständigkeit und die leichte Verarbeitbarkeit. Aufgrund dieser Eigenschaftskombination erhöht Basotect den Wirkungsgrad von Solarthermieanlagen. Hier dämmt der Schaumstoff die Kollektoren auf dem Dach, die wärme-transportierenden Rohre und den Wärmespeicher.

Der internationale Heiztechnik-Hersteller Viessmann, Allendorf, setzt jetzt Basotect z.B. an den Seitenwänden und der Rückseite seiner Flachkollektoren ein, damit die Kollektoren so viel Wärme wie möglich speichern. Der Schaumstoff zeigt auch bei hohen Temperaturen über eine längere Zeit hinweg eine gute Dämmleistung und beeinflusst den Luftaustausch im Kollektor bei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen positiv. Er setzt praktisch keine flüchtigen Substanzen frei, die die Sonneneinstrahlung, z.B. durch Fogging an der Kollektorglasscheibe, behindern und so die Effizienz der Solaranlage verringern. Basotect erleichtert die Kollektorenfertigung und die Dämmung der Rohre: Es ist biegsam, faserfrei und lässt sich maß- und konturgenau zuschneiden.

Klimatisierungssysteme: Stabiler Luftdruck ohne Temperaturabfall

Auch in industriellen Bauanwendungen ist der BASF-Melaminharz-Schaumstoff der Ausgangspunkt für neue Energiekonzepte: Der Dicht- und Dämmsysteme-Hersteller Hanno", Laatzen, verwendet neuerdings Basotect, um Energieverluste in Rechenzentren zu verringern. Dort sind Räume mit Netzwerkschränken oft mit Doppelböden für die Verkabelung ausgestattet. In die Böden sind Öffnungen eingelassen, durch die Kabel nach oben geführt werden. Durch diese Öffnungen entweicht jedoch die Kaltluft, die für die Kühlung der Server vorgesehen ist.

Um diese Wärmebrücke zu beseitigen, hat Hanno den energiesparenden Schaumstoffverschluss Clima-Tect" entwickelt. Durch eine spezielle Beschichtung macht das Unternehmen den BASF-Schaumstoff nahezu luftdicht. Vorgestanzte Quader erleichtern das Herausbrechen der Kabelöffnungen. So schmiegt sich der Schaumstoff optimal an die Kabel an. Auf diese Weise lassen sich bis zu 99,9 Prozent der Luftverluste in den Doppelböden verringern, Temperatur und Druck bleiben stabil. Auch die Kosten für die Klimatisierung sinken um bis zu 10 Prozent. Da Basotect faserfrei zu verarbeiten ist, können die Dichtungskissen im laufenden Betrieb eingesetzt werden. Im Gegensatz zu anderen Materialien wird bei dieser Nachrüstung die Brandlast nicht erhöht.

Leichte und sichere Hochgeschwindigkeitszüge

Die Kombination aus Energie-Effizienz, Sicherheit und Komfort ist ausschlaggebend für ein anderes Einsatzgebiet von Basotect: der Ausstattung von Hochgeschwindigkeitszügen. Innovative Leichtbau-konzepte haben bei Zügen verstärkt Konjunktur. Denn Leichtbau führt zu effizienterer Energieausnutzung bei gleichzeitig höheren Geschwindigkeiten. Durch die Verbindung von geringem Gewicht, hoher akustischer und thermischer Wirksamkeit sowie dem sicheren Brandverhalten gibt es in Zügen jetzt zahlreiche #Anwendungen für den Melaminharz-Schaumstoff.

Er wird z.B. in hinterlegten Wand- und Deckensystemen oder in kaschierten Innendekorationen eingesetzt. Die passgenauen Zuschnitte werden im Baukastensystem angeliefert und vor Ort in die Züge montiert. Aufgrund der hohen Elastizität und der leichten Verarbeitbarkeit lassen sich komplexe Montagearbeiten zeitsparend ausführen. Das leichte Basotect trägt zu Energieeinsparungen im täglichen Fahrbetrieb bei. Auch verlagert die Gewichtsreduktion in Decke und Wand den Wagenschwerpunkt nach unten und erhöht damit Sicherheit und Komfort bei Kurvenfahrten.

Vor allem aber entspricht der BASF-Schaumstoff den strengen Brandschutznormen für Schienenfahrzeuge. Basotect schmilzt und tropft bei Flammberührung nicht, sondern verkohlt mit schwacher Rauchentwicklung und zeigt kein Nachglimmen. Bei Prüfungen des Brandverhaltens nach nationalen und internationalen Vorschriften erzielt Basotect die höchste für organische Stoffe erreichbare Klassifizierung. Die Type Basotect UF erreicht sogar die höchste Sicherheitsstufe HL3 nach der verschärften EU-Brandschutzrichtlinie für Züge EN 45545.

Basotect auf der Schiene in Großbritannien und Japan

Zwei Beispiele für den Einsatz von Basotect in Hochgeschwindigkeitszügen: die 395er-Flotte von Hitachi für die Southeastern Railway in Großbritannien und der neue Shinkansen E5 von East Japan Railway, der Japans Hauptstadt Tokio mit dem Norden der Insel Honshu verbinden wird. Die Züge der 395er-Flotte verkehren auf der Strecke High Speed 1, der ersten inländischen Hochgeschwindigkeitsstrecke in Großbritannien zwischen London und der Südost-Küste. Der leichte Schaumstoff findet sich in Böden und Wänden sowie in den Klimaschächten an der Decke, mit dem Ziel der Schallabsorption und der Wärmedämmung. Damit lassen sich die Betriebskosten des klimatisierten Zuges drastisch reduzieren.

Der japanische Shinkansen zeichnet sich durch seine konstant hohe Reisegeschwindigkeit und Sicherheit aus. Die neue Generation E5 zwischen Tokio und Shin-Aomori wird der schnellste Zug der Linie Tohoku. Er wird voraussichtlich im März 2011 in Betrieb genommen. Er ist mit Neigetechnik ausgestattet und soll schließlich im Jahr 2013 mit einer Geschwindigkeit von bis zu 320 Stundenkilometern auf einer Strecke mit vielen Tunneln fahren. Deshalb findet sich auch hier das leichte, schwerentflammbare Basotect in der Decke, im Boden und in den Wandecken. Bei verschiedenen Tests der Dämm- und Schallabsorptionsleistung konnte das BASF-Material im Vergleich zu Karbonfasern wesentlich bessere Werte erzielen. Damit unterstützt Basotect das Baukonzept des Betreibers, den Geräuschpegel und die Vibrationen im Zug zu senken. So verbessern sich der Reisekomfort und die Sicherheit bei Hochgeschwindigkeitsfahrten.

Quelle: Pressemeldung BASF SE

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