Lösungsansätze für die Welternährung und den Klimawandel

19.01.2010 | Berlin
Es ist möglich, die ständig wachsende Weltbevölkerung zu ernähren und gleichzeitig dem Klimawandel zu begegnen. Zu diesem Ergebnis kamen am Samstag die Gäste der Diskussionsrunde, die von Udo van Kampen, Leiter des ZDF-Studios in Brüssel in der Akademie der Künste am Pariser Platz moderiert wurde.

Der schneebedeckte Reichstag und das Brandenburger Tor bildeten die imposante Kulisse für das Internationale Wirtschaftspodium "Limited Resources and Climate Change - Managing a Turbulent Future", zu dem die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), der Deutschen Bauernverband (DBV), die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft sowie die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH in die Akademie der Künste eingeladen hatten.

Die Ernährung der Weltbevölkerung stellt Landwirtschaft und Ernährungsindustrie vor große Herausforderungen. Wenn die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf neun Milliarden steigt, wachsen damit auch global die Herausforderungen für Land- und Ernährungswirtschaft. Zugleich müssen sich Landwirte und lebensmittelherstellende Unternehmen den Auswirkungen der Klimaveränderungen stellen. Die Diskussion der sechs Experten zeigte, dass diese Herausforderung gemeistert werden kann. Wenn auch mit unterschiedlichen Auffassungen darüber, wie dies geschehen kann.

In seinem Impulsreferat vor einem Publikum von mehr als 250 Teilnehmern betonte der ehemalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer, dass es vor allem eine Aufgabe der Industrienationen sei, mit gutem Beispiel voranzuschreiten: "Wir müssen in Vorleistung treten und die nötigen technologischen und marktwirtschaftlichen Prozesse anstoßen", betonte er. "Nur eine Welt, in der alle Menschen ausreichend zu essen haben, ist eine friedliche, stabile Welt", so Töpfer, der auch Vizepräsident der Welthungerhilfe ist.

Dr. Thomas Blunck, Vorstandsmitglied der Rückversicherungsgesellschaft Munich Re, hob die Bedeutung einer finanziellen Absicherung der Klima- und Ernterisiken der Landwirte hervor. Nur durch das koordinierte Zusammenspiel von Landwirten, Versicherern und der öffentlichen Hand könne die Landwirtschaft in die Lage versetzt werden, die unkalkulierbaren Risiken und ihre Kosten zu tragen, so Blunck.

Die besten Köpfe müssen in die Landwirtschaft, forderte Prof. Dr. Friedrich Berschauer, Vorstandsvorsitzender von Bayer CropScience AG, der neben Cathrina Claas-Mühlhäuser, stellvertretende Vorsitzende des Gesellschafterausschusses des Landmaschinenherstellers Claas, Shri Surampudi Sivakumar, CEO von Agri-Business ITC Ltd. in Indien, und Dr. Thomas Kirchberg, Vorstandsmitglied der Südzucker AG, zu den Diskutanten gehörte.

Vor allem Innovationen seien für die nötige Leistungs- und Ertragssteigerung erforderlich, um die wachsende Weltbevölkerung auch in 40 Jahren und darüber hinaus zu ernähren. Gleichzeitig müssen die Anbau- und Versorgungstechniken mehr denn je dem Aspekt der Nachhaltigkeit gerecht werden, um die immer knapper werdenden Ressourcen nicht zu überstrapazieren. Die Diskussionsgäste forderten, in der politischen und öffentlichen Diskussion die Land- und Ernährungswirtschaft mit ihrem Nutzen für die Gesellschaft stärker und selbstbewusster darzustellen.

Quelle: Pressemeldung Bundesverband Ernährung

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