Maßnahmen am Bohrloch und zum Auffangen des Öls unter Wasser

25.06.2010 | Bochum
Öl und Gas werden weiterhin über zwei unterschiedliche Systeme vom schadhaften Blowout Preventer (BOP) der Bohrinsel Deepwater Horizon aufgefangen und an Schiffe weitergeleitet. Zum einen werden mit Hilfe der LMRP-Glocke (Lower Marine Riser Package Containment Cap) seit dem 3. Juni 2010 Öl und Gas an das Bohrschiff Discoverer Enterprise transportiert, auf dem das Öl eingelagert und das Erdgas abgefackelt wird.

Ein zweites System, das den Betrieb am 16. Juni 2010 aufgenommen hat, führt Öl und Gas zur Bohrinsel Q4000 ab, auf der das aufgefangene Öl und Gas abgefackelt werden.

Der Betrieb des LMRP-Systems wurde am 23. Juni 2010 für ca. 10 Stunden ausgesetzt, nachdem unerwartet Meerwasser aus einer Anlage an Bord der Discoverer Enterprise ausgetreten war. Über das mit der Q4000 verbundene System wurden Öl und Gas den ganzen Tag weiter auf die Bohrinsel Q4000 abgeleitet. Am 23. Juni 2010 wurden mit Hilfe beider Systeme insgesamt 16.830 Barrel Öl und 985.000 Kubikmeter Gas eingelagert bzw. abgefackelt. Über das LMRP-System wurden dabei 8.300 Barrel Öl auf die Discoverer Enterprise transportiert, während auf der Q4000 zusätzlich 8.530 Barrel Öl abgefackelt wurden.

Mittlerweile sind seit Inbetriebnahme der beiden Auffangsysteme insgesamt 364.500 Barrel Öl aufgefangen und eingelagert bzw. abgefackelt worden.

Die genauen Mengen an aufgefangenem Öl und Gas werden zweimal täglich auf der BP Website bp.com aktualisiert. Sowohl die LMRP-Glocke wie auch das mit der Q4000 eingesetzte System sind nie zuvor in einer derart großen Wassertiefe und unter den dort herrschenden Bedingungen zum Einsatz gekommen. Daher können die Effizienz und die Eignung dieser Systeme zum Auffangen bzw. Abfackeln von Öl und Gas nicht als gesichert erachtet werden.

Darüber hinaus laufen Vorbereitungen für die Umsetzung der nächsten Schritte zur geplanten Erweiterung der Auffangsysteme. Die Installation einer ersten schwimmenden Steigleitung verläuft weiterhin nach Plan, mit ihrer Fertigstellung wird gegen Ende des Monats gerechnet. Die Steigleitung wird anschließend mit dem Schiff Helix Producer verbunden und wir gehen derzeit davon aus, dass dieses System Ende Juni oder Anfang Juli in Betrieb gehen kann. Gleichzeitig wird an weiteren Verbesserungen dieser Systeme gearbeitet, um größere Mengen an Öl und Gas flexibler auffangen zu können. Die Planung dieser zusätzlichen Optionen sieht einen operativen Einsatz ab ca. Mitte Juli vor.

Die erste Entlastungsbohrung hat am 23. Juni 2010 (Aufnahme der Arbeiten am 2. Mai 2010) eine Tiefe von ca. 4.960 Metern erreicht. In dieser Tiefe wurde dann der Bohrstrang aus dem Bohrloch entfernt, um erste Messungen mit der Wireline-Technologie durchzuführen. Dabei konnte das Bohrloch MC 252 bereits beim ersten Messdurchlauf lokalisiert werden. Um die Position des Bohrloches genauer bestimmen zu können, werden noch weitere Messdurchläufe erfolgen. In den nächsten Wochen werden nicht nur die Bohrarbeiten fortgesetzt, sondern auch noch weitere Messungen durchgeführt, bis die Entlastungsbohrung eine Tiefe von ca. 5.500 Metern erreicht. Es ist geplant, das Bohrloch MC252 in dieser Tiefe anzubohren und die Maßnahmen einzuleiten, mit denen der Ölaustritt gestoppt werden soll.

Die zweite Entlastungsbohrung ist in eine Tiefe von 3.200 Metern vorangetrieben worden. Bei beiden Bohrungen gehen wir immer noch davon aus, dass mit ihrer Fertigstellung ca. drei Monate nach Beginn der Tätigkeiten zu rechnen ist.

Bekämpfung bzw. Eindämmung des Ölteppichs

Die Maßnahmen zur Aufnahme bzw. Auflösung des Ölteppichs auf der Wasseroberfläche, zum Schutz der Küsten und zur Reinigung von ölverschmutzten Uferbereichen werden intensiv weitergeführt.

Bei diesen Arbeiten kommen inzwischen ca. 37.000 Mitarbeiter, über 4.500 Schiffe und Boote sowie ca. 100 Flugzeuge zum Einsatz.

Mittlerweile sind insgesamt ca. 610.000 Barrel einer öligen Flüssigkeit von der Wasseroberfläche aufgenommen worden. Darüber hinaus sind an insgesamt 275 Stellen auf der Meeresoberfläche geschätzte 239.000 Barrel Öl kontrolliert abgefackelt worden.

Um das Öl von den Küstenregionen fernzuhalten, sind bis jetzt Ölsperren mit einer Gesamtlänge von mehr als 850 km ausgelegt worden, darüber hinaus kommen fast 1.300 km Ölsperren zum Einsatz, mit denen Öl aufgesaugt werden kann.

Quelle: Pressemeldung Deutsche BP AG

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