Mehr Umland-Infos für Bayerns Kommunen - Neuartige Stadtrandbewertung des Bodens optimiert Flächennutzung

16.03.2009 | München
Mit einer neuartigen Methode, der so genannten Stadtrandbewertung des Bodens, erhalten die bayerischen Städte und Gemeinden mehr Informationen über ihr Umland und können so ihre Bodennutzung optimieren.

Dies betonte der Leiter des Geologischen Dienstes am Landesamt für Umwelt, Roland Eichhorn, heute bei der Auftaktveranstaltung in Moosinning (Landkreis Erding). Eichhorn: "Der Boden ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Wir leben auf und von ihm. Seine nachhaltige und schonende Nutzung ist deshalb dringlich, weil neuer Boden nur in sehr langen Zeiträumen entsteht." Daher hat das Landesamt bereits ein Verfahren entwickelt, wie die Erfassung innerörtlich brachliegender Flächen optimiert werden kann. Dies erlaubt den Kommunen, anstatt auf der grünen Wiese zu bauen, vorzugsweise die vorhandenen innerörtlichen Potenziale besser zu nutzen. Es ergab sich ein freies Potenzial von bis zu einem Drittel der Flächen. "Jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Bei der Neuaufstellung von Flächenutzungsplänen wollen wir den Kommunen helfen, auch am Ortsrand für notwendige Neubaugebiete hinsichtlich der Bodenqualität den geeigneten Standort zu finden", so Eichhorn. So halten beispielsweise Tonböden Schwermetalle stärker zurück und schützen dadurch das Grundwasser besser als Sandböden. Seltene und wertvolle Böden können als Biotope für das Öko-Konto genutzt werden.

Moosinning ist neben der Stadt Hof und der Gemeinde Kümmersbruck (Landkreis Amberg-Sulzbach) eine der drei Modellkommunen, in denen die Böden vom Landesamt für Umwelt detailliert kartiert und bewertet werden. Eichhorn: "Die gewonnenen Erfahrungen in den drei Modellkommunen kommen allen bayerischen Städten und Gemeinden zugute." In Moosinning werden ab sofort Bodenkundler die Wiesen und Felder in einem 100 mal 100 Meter Raster beproben. Dazu wird mit einem Pürckhauer-Bohrer mit der Hand ein 1 Meter tiefes, aber nur Mausloch-breites Loch gebohrt, um den Boden zu beschreiben. Die Experten sind zu Fuß unterwegs, Flurschäden durch Fahrzeuge gibt es nicht, auch werden keine Bodenproben mitgenommen. Mit Beschädigung der Flur ist nicht zu rechnen. Bereits im Sommer soll eine detaillierte Karte vorliegen, die zeigt, auf welchen Flächen der Boden wertvoller und auf welchen er weniger schützenswert ist.

Quelle: Pressemeldung Bayerisches Landesamt für Umwelt

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