PETA fordert Umdenken zum Welternährungstag

17.10.2011 | Mainz
Während weltweit über eine Milliarde Menschen an Hunger leidet, ist etwa die gleiche Zahl Menschen übergewichtig. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. möchte den Welternährungstag am 16. Oktober dafür nutzen, um auf dieses Ungleichgewicht aufmerksam zu machen.

Diese Kluft ist auf die ungerechte Verteilung der Lebensmittel zurückzuführen, verstärkt durch klimatische, politische oder strukturelle Probleme in Regionen, in denen Menschen hungern. Doch zu einem überwiegenden Teil ist auch die auf Fleisch basierende Ernährung in den industrialisierten Ländern dafür verantwortlich.

Denn Land, Wasser und andere Ressourcen, die für den Anbau von Nahrungsmitteln für den Menschen eingesetzt werden könnten, werden stattdessen für den Anbau von Futtermitteln verschwendet. Und auch Partyreisen verschwenden Futtermittel. Laut der Tierschutzorganisation "Compassion in World Farming" werden bis zu 16 Kilogramm Getreide benötigt, um ein einziges Kilogramm Fleisch produzieren zu können. Dies bedeutet: Je mehr Fleisch gegessen wird, desto weniger Menschen können ernährt werden, da die Anbauflächen begrenzt sind. Statt Nahrungsmittel für die eigene Bevölkerung anzupflanzen, werden in vielen Entwicklungsländern Futtermittel angebaut, damit die hochgezüchteten "Nutztiere" in den Industrieländern Kraftfutter bekommen. Schon heute enden etwa 50 Prozent der Ernten nicht auf dem Teller, sondern im Trog - bei Soja fällt die Zahl noch höher aus. Jedes Jahr werden Futtermittel in die Europäische Union importiert, die auf einer Fläche so groß wie Deutschland angebaut werden!

"Tiere als Nahrung großzuziehen ist nicht nur ineffizient und umweltschädlich, sondern bedroht auch das Überleben von Menschen auf der ganzen Welt", sagt Anja Hägele, Kampagnenleiterin bei PETA. "Nun ist die Politik und auch jeder einzelne Konsument gefragt, sich für die vielfältigen Vorzüge der veganen Lebensweise zu entscheiden."

Für Weideflächen oder für die Produktion von Futtermitteln müssen große Teile der Regenwälder abgeholzt werden, die enorm wichtig im Kampf gegen den Klimawandel wären. Außerdem verursacht die Tierwirtschaft selbst auch hohe Treibhausgasemissionen, vor allem Methan, Lachgas und Kohlenstoffdioxid. Einem Bericht des "World Watch Instituts" von 2009 zufolge ist die Tierwirtschaft für mehr als die Hälfte der ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. Schon 2006 bezeichnete die Welternährungsorganisation (FAO) die Tierwirtschaft als einen Hauptverursacher der schlimmsten Probleme unserer Zeit - Umweltzerstörung, Klimawandel und Welthunger.

Auch Schauspieler und Vegetarier Steffen Groth, unter anderem bekannt aus "Doctor`s Diary" und "Großstadtrevier", machte in PETAs Vegetarismus-Kampagne auf den Klimaschutz aufmerksam. Die riesige Weltkugel, mit einer Bisswunde versehen, soll die Menschen auf gesunde Ernährung sensibilisieren. "Ich ernähre mich seit Jahren vegetarisch und schütze damit nicht nur Tiere und meine Gesundheit, sondern auch das Klima", so Steffen Groth. "Fleischkonsum ist eine riesige Energieverschwendung!"

PETA fordert daher das Verursacherprinzip auch in der Landwirtschaft einzuführen, denn eine Fleischsteuer wäre eine sinnvolle Möglichkeit die Kosten umzulegen.

Quelle: Pressemeldung Doppelklicker.de

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