Rücktritt lenkt nur von wahren Problemen ab
Ein Rücktritt allein hilft nicht weiter. Er lenkt von den wirklichen Problemen und der zentralen Frage ab: Wem gehört das Meer?
Derzeit schaffen ein paar Firmen Tatsachen auf dem Meeresgrund - ohne dass wir Einfluss darauf nehmen können. Sie dringen in Tiefen vor, die völlig unbekannt sind und in denen Tier- und Pflanzenarten leben, die aussterben könnten bevor wir sie entdeckt haben.
Die Katastrophe im Golf von Mexiko macht deutlich, wie die Tiefsee leidet, wenn das große Geld winkt: Es geht dabei nicht mehr nur um Öl oder Gas. Längst sind Forschungsschiffe unterwegs, um nach Möglichkeiten zu suchen, Edelmetalle, Mangan oder Methaneis zu fördern. Nachdem an Land immer weniger zu finden ist, werden jetzt die Claims im Meer abgesteckt. An Land gibt es wenigstens etwas Kontrolle gibt, im Meer bleibt vieles unsichtbar. Und nur wenige Länder und Firmen haben überhaupt die technischen Möglichkeit in die Tiefsee vorzudringen.
Für die Pioniere ist es verlockend, von der Öffentlichkeit unbemerkt und ungestört durch Umweltschutzorganisationen oder Bürgerinitiativen, nach Schätzen zu suchen. Deshalb brauchen wir nicht nur ein Moratorium für Ölbohrungen im Meer, sondern neue international verbindliche Vereinbarungen.
Die Tiefsee gehört allen - nicht nur denen, die die technischen Möglichkeiten haben, dorthin vorzudringen. Der Raubbau an Ressourcen zu Lasten nachkommender Generationen muss beschränkt werden.
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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