Simple Schritte für eine saubere Ostsee
Der WWF begrüßt den Gipfel der Regierungsvertreter aus den Ostseestaaten. Dies sei eine Chance, die bereits 2009 durch die EU Kommission vereinbarte Ostseestrategie zügig in Kraft zu setzen "Gute Absichten und vollmundige Versprechen retten die Ostsee nicht, es müssen Taten folgen." sagte Jochen Lamp, Ostsee-Experte des WWF. "Die Ratifizierung der Ballastwasserkonvention durch die Bundesregierung wäre ein ganz simpler Schritt, der bislang grundlos aufgeschoben wird - während das Gleichgewicht der Ostsee kippt". Rund 7.000 Arten reisen täglich im Ballastwasser der internationalen Schifffahrt in fremde Ökosysteme ein. Sie verdrängen die heimische Artenvielfalt, setzen das heimische ökologische Gefüge außer Kraft und verursachen weltweit jährliche Schäden von 36 Milliarden Euro in der Fischerei, bei Hafenbetreibern und Wasserversorgern.
Der WWF fordert die Bundesregierung auch auf, Einfluss auf die Ostseehäfen zu nehmen, damit diese Anlagen für die kostenfreie Entsorgung von Abwässern der Kreuzfahrtschiffe anbieten. 80 Millionen Passagiere befördern die Kreuzfahrtschiffe jährlich in der Ostsee. Ein Großteil der stark Stickstoff- und phosphorhaltigen Abwässer wird immer noch in Internationalen Gewässern verklappt und fördert die Ausbreitung von sauerstoffarmen Todeszonen. "Hier ist dringender Handlungsbedarf - die deutschen Häfen müssen jetzt die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen." sagt WWF- Experte Jochen Lamp. Vorbildliche Abwasserentsorgungssysteme böten z.B. die Häfen in Stockholm und Helsinki bereits an, Kopenhagen und St. Petersburg verpflichten sich auf dem Gipfel, ihre Häfen mit solchen Anlagen auszustatten.
WWF Deutschland und seine Partnerorganisationen rund um die Ostsee arbeiten an einem übergreifenden Nutzungskonzept für die Ostsee und ihre Ressourcen, das auf den Anforderungen des Ökosystems basiert und internationale wirtschaftliche Interessen berücksichtigt. Zu den konkreten Maßnahmen, die alle Anrainerstaaten nach WWF-Ansicht zum Schutz der Ostsee umsetzen sollten, gehören außerdem ein Bann für Phosphate in Waschmitteln, die Einführung einer Steuer auf Stickstoff und Phosphat in Düngemitteln, ein temporärer Fangstopp für den vom Aussterben akut bedrohten Aal, die Bereinigung von im HELCOM Abkommen identifizierten "Verschmutzungs-Brennpunkten" sowie ein Netzwerk aus Meeresschutzgebieten in der Ostsee.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
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