Tagung der Internationalen Walfangkommission 2009 (22. - 26. Juni, Madeira): Ende des "Wissenschaftlichen Walfangs" gefordert
Anlässlich der am Montag beginnenden Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) auf Madeira, fordert die Umweltschutzorganisation WWF ein Ende des sogenannten "Wissenschaftlichen Walfangs". Nach Angaben der Umweltschutzorganisation erlegte die japanische Walfangflotte im vergangenen Jahr unter fadenscheinigem, wissenschaftlichem Vorwand über 900 Wale, darunter auch bedrohte Arten wie Sei- und Finnwale. "Viele Walpopulationen stehen als Folge der intensiven Bejagung der vergangenen zwei Jahrhunderte noch immer am Abgrund. Ihr Überlebenskampf wird durch den unnötigen Anachronismus des wissenschaftlichen Walfangs nur noch weiter verschärft", warnt WWF-Experte Volker Homes. Wer die Meeressäugetiere studieren und wirklich wissenschaftlich untersuchen wolle, der müsse sie nicht töten. Ingesamt wurden in der vergangenen Jagdsaison von Norwegen, Island und Japan über 1500 Wale erlegt, obwohl es seit 1986 einen weltweiten Fangstopp (Moratorium) auf alle Großwalarten gibt. Hinzu kommen jedes Jahr hunderttausende Delphine, Tümmler und Wale, die in Fischernetzen ertrinken oder bei Schiffskollisionen ums Leben kommen. Auch die Folgen des Klimawandels setzen einigen Walarten zu, da sie durch eine globale Erwärmung ihre polaren Lebensräume und Rückzugsgebiete zu verlieren drohen.
Der WWF kritisiert, dass bereits seit vielen Jahren auf den Tagungen der IWC hauptsächlich um Mehrheiten geschachert wird. Dabei haben die Walfangbefürworter in der Vergangenheit an Rückhalt gewonnen. Allerdings hat Japan bereits vor einigen Jahren öffentlich zugegeben, Entwicklungsländern Geld zu bieten, damit sie in die IWC eintreten und dort im Sinne des Walfangs stimmen, obwohl sie daran eigentlich nicht interessiert sind. Inzwischen haben Gegner und Befürworter einen nahezu identischen Stimmenanteil. "Die inhaltliche Arbeit ist in den letzten Jahren durch die Pattsituation in der IWC fast vollständig zum Erliegen gekommen", kritisiert Volker Homes. "Die Ächtung des wissenschaftlichen Walfangs wurde durch die gekauften Stimmen bisher stets verhindert."
Der WWF fordert neben einem Ende des sogenannten wissenschaftlichen Walfangs ein Verbot der Waljagd in Meeresschutzgebieten, wie etwa der Südpolarregion. Außerdem dürften keine bedrohten Arten mehr erlegt werden. "Die Bundesregierung muss sich für eine Reform der IWC einsetzen und sich darum bemühen, Lösungen für die Probleme der Wale und Delphine zu finden", fordert Volker Homes.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
Dieser Beitrag wurde bisher 78 mal gelesen.
(Rang 449 auf umweltschutz-infos.de)
Weitere News
Neuer Windpark bei Polch versorgt 6.000 Haushalte mit sauberem Strom
25.04.2012 | pfalzwind GmbH bringt fünf Windräder nach nur vier Monaten Bauzeit ans Netz. Wichtiger Beitrag zur...
weiter in Neuer Windpark bei Polch versorgt ...Ab 2012 wieder Förderung für Rußpartikelfilter vom BAFA
18.11.2011 | Wer sein Dieselfahrzeug mit einem Partikelfilter nachrüstet, soll dafür wieder einen Zuschuss von 330 Euro vom...
weiter in Ab 2012 wieder Förderung für ...3M beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2011 ausgezeichnet
05.11.2011 | "Ausgezeichnete" Nachhaltigkeitsstrategie
weiter in 3M beim Deutschen ...Volkswagen Polo BlueMotion mit Umweltpreis
14.09.2011 | Hohe Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit des Polo BlueMotion überzeugt Experten und Autofahrer
weiter in Volkswagen Polo BlueMotion mit ...Traditionelle Anlagestrategien müssen überprüft werden
09.06.2011 | "Anlagestrategien, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, dürften angesichts der Herausforderungen der...
weiter in Traditionelle Anlagestrategien ...Aktuelles
BASF treibt mit neuer globaler Geschäftseinheit Batterie- Aktivitäten für Elektromobilität voran
Neue Geschäftseinheit "Battery Materials" führt...
weiter ...Neuigkeiten
Gut für Umwelt und Geldbeutel
Der Bereich der Energieversorgung ist bei den Betriebskosten...
weiter ...Klimawandel und Extremereignisse Weltklimarat IPCC zeigt zukünftige Risiken auf
Röttgen und Schavan: Klimaschutz stärken und Wissensbasis...
weiter ...Weitere Themen
Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung: Wir brauchen einen neuen Aufbruch
Am 28. und 29. Oktober 2011 haben der Parlamentarische...
weiter ...Archiv
Was bringen umweltfreundliche Mobiltelefone?
Fast täglich werden immer wieder neue Handys und Smartphones...
weiter ...Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Verschiedenes
Neuer Windpark bei Polch versorgt 6.000 Haushalte mit sauberem Strom
pfalzwind GmbH bringt fünf Windräder nach nur vier Monaten...
weiter ...Ab 2012 wieder Förderung für Rußpartikelfilter vom BAFA
Wer sein Dieselfahrzeug mit einem Partikelfilter nachrüstet,...
weiter ...
