Taktloses Muskelspiel der Energiebranche
Durch ihr Verhalten machten die Energieunternehmen deutlich, dass es ihnen bei der Laufzeitverlängerung weniger um Versorgungssicherheit und Klimaschutz gehe, sondern vor allem um die Bewahrung ihrer hohen Sondergewinne aus den abgeschriebenen Atomkraftwerken.
Mit ihrem Vorpreschen haben die Energiekonzerne sich selbst ins Abseits manövriert und von sich aus die Laufzeitverlängerung in Frage gestellt. In der Tat bietet das bestehende Atomgesetz genügend Spielraum, um die sichereren Atomkraftwerke länger betreiben zu können, wenn im Gegenzug ältere Meiler stillgelegt würden. Demnach bedarf es aus Sicht des vzbv keiner neuen Vertragsgrundlage. "Aktuell ist keine Änderung des Atomgesetzes erforderlich", so Krawinkel. Stattdessen müsse die Bundesregierung ihre Anstrengungen intensivieren, die Energieversorgung zügig und zu vertretbaren Kosten auf erneuerbare Energien umzustellen.
Gebäudesanierung mit Einnahmen aus Brennelementesteuer
"Der Atompoker bindet schon zu lange wichtige energiepolitische Entscheidungsressourcen. Es lenkt von den tatsächlichen Problemen und sinnvollen Lösungen ab", kritisiert Krawinkel. Die Energiewirtschaft müsse konsequent auf Zukunft getrimmt werden. "Da sie dies offenkundig nicht freiwillig tut, setzen die Brennelementesteuer sowie die die ab 2013 erforderliche vollständige Bezahlung der Emissionszertifikate entscheidende Anreize zum Umbau der Geschäftsmodelle", betont Krawinkel.
Der vzbv schlägt vor, einen Großteil der Einnahmen aus der Brennelementsteuer in die Gebäudesanierung zu stecken. Dies müsse Teil einer durchgreifenden Energieeffizienzpolitik-Linie der Bundesregierung werden, die sich auf EU-Ebene auch für ambitioniertere Höchstgrenzen beim Energieverbrauch großer Konsumgüter einsetzen müsse.
Quelle: Pressemeldung Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
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