Tiger-Spuren im Schnee

18.12.2009 | Berlin
WWF ist besorgt über möglichen Bestandsrückgang beim Amur-Tiger. / Neues Monitoring in Russland gestartet.

Die Umweltschutzorganisation WWF zeigt sich besorgt über einen möglichen Rückgang an Amur-Tigern in Russland. Nachdem die Bestandszahlen der Großkatzenart über viele Jahre hinweg einen positiven Trend anzeigten, gab es in jüngster Vergangenheit Hinweise darauf, dass es zu einer Verkleinerung der Population gekommen sein könnte. "Die Indikatoren für unsere Bestandsschätzungen waren im Gegensatz zu vorherigen Untersuchungen nicht eindeutig. Um Gewissheit über die tatsächlich Anzahl an Amur-Tigern zu erhalten, wird ein neues Monitoring gestartet", sagt Frank Mörschel, Amur-Referent beim WWF-Deutschland. Mit ersten Ergebnissen rechnet der WWF im Frühjahr 2010.

Aufgrund massiver Bejagung war der Bestand der Amur-Tiger bis in die 1940er Jahre auf wenige Dutzend Tiere zusammengeschrumpft. Heute gibt es dank intensiver Schutzbemühungen schätzungsweise wieder zwischen 450 und 500 Amur-Tiger. Ein Monitoring der Tiere sei dank der klimatischen Bedingungen in der Grenzregion zwischen China und Russland vor allem im Winter möglich, so der WWF. Durch die Schneefälle könnten die Ranger zu dieser Jahreszeit besonders einfach Tiger-Spuren entdecken. Zwischen Dezember und Februar würden daher auf vorgegebenen Routen sechzehn exemplarischen Zähl-Gebieten auf Spuren abgesucht. Aus den gefundenen Hinweisen (Anzahl von Tiger-Spuren auf 100 Quadratkilometer) errechnen die Umweltschützer die Gesamtzahl der noch lebenden Amur-Tiger.

Die Umweltschutzorganisation WWF engagiert sich seit 1992 in dem Gebiet. Neben der Einrichtung und Verwaltung von zahlreichen Schutzgebieten und der Ausbildung und Betreuung von Anti-Wilderer-Einheiten arbeitet der WWF eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen und zeigt alternative Einkommensquellen zur Wilderei auf. Gemeinsam mit der Wildlife Conservation Society (WCS) und den russischen Behörden führt der WWF regelmäßige Bestandszählungen und ein jährliches Monitoring durch.

Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland

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