Umweltminister Söder: Klimaforschung stärken / 10 Jahre Forschungsstation Schneefernerhaus
"Verlässliche Daten über den Klimawandel sind Grundlage für verantwortungsvolle politische Entscheidungen. So zeigen wir Verantwortung gegenüber künftigen Generationen", sagte Söder auch mit Blick auf die Verhandlungen beim Klimagipfel in Kopenhagen. Das Schneefernerhaus, als süddeutsches Referenzzentrum für weitweite Klimaforschung, liefere dazu verlässliche Datengrundlagen. Söder forderte deshalb den Bund auf, mehr Finanzmittel für die Forschungseinrichtung bereitzustellen.
Klimaerwärmung und -anpassungsstrategien sowie Luftreinhaltung können nach den Worten des Ministers auf der Zugspitze wie an keinem anderen Ort in Deutschland untersucht werden. Auch das "Gesundheitswetter" wird erforscht. Vergleichsuntersuchungen im Tal und auf dem Schneefernerhaus simulieren Klimaschwankungen. Sie helfen so, die Reaktion des Organismus darauf besser zu verstehen und Therapieoptionen zu erproben. Bayern hat seit Mitte der 90er Jahre rund 7,8 Millionen Euro in den Umbau des Schneefernerhauses zur Umweltforschungsstation investiert. Weitere 6,1 Millionen wurden im Rahmen des Klimaprogramms Bayern 2020 für technische Ausstattung zur Verfügung gestellt.
Die Forschungsstation liegt auf 2.650 Meter oberhalb störender Luftschichten und bietet damit ideale Bedingungen für Präzisionsmessungen. Die UFS ist Deutschlands höchstgelegene Umweltforschungsstation zur Erkundung der Atmosphäre und nach den Worten des Ministers ein Ort mit langer wissenschaftlicher Tradition: "Auf der Zugspitze wird das Wetter seit 100 Jahren aufgezeichnet. Luftchemische Messreihen gibt es für die vergangenen 20 Jahre." Hier erforscht das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt aus Oberpfaffenhofen den Ferntransport von klimaschädlichen Substanzen von Nordamerika in die europäischen Alpen. Mit einem neuen Infrarot-Verfahren wird die Temperatur der Atmosphäre in 80 bis 100 Kilometern Höhe gemessen und mit Satellitendaten verglichen. Das Schneefernerhaus ist aber auch Sitz einer von insgesamt 24 Globalstationen des Global Atmosphere Watch-Programms der Vereinten Nationen. Das Helmholtz-Zentrum München untersucht hier den Einfluss kosmischer Strahlung auf das Klima. Auf der Zugspitze testen Firmen die Witterungsbeständigkeit von Solarpaneelen, die in Photovoltaikanlagen jahrzehntelang leistungsfähig sein müssen.
Die renommiertesten Forschungseinrichtungen Deutschlands haben sich an der UFS zusammengetan. Ziel ist nach den Worten Söders, u.a. innovative Technologien zu entwickeln. Neben dem Freistaat sind Konsortialpartner das Forschungszentrum Karlsruhe, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, das Umweltbundesamt und der Deutsche Wetterdienst sowie die beiden Münchner Elite-Universitäten LMU und TU.
Quelle: Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
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