Umweltschutz mit Tücken - Unternehmer haften jetzt für Umweltschäden
Zunächst verhängten die Behörden ein Angelverbot. Das Ausmaß der Schäden steht bis heute nicht fest. Nur eines ist klar: Bezahlen wird der Betreiber der Geflügelfarm, egal, ob ihn daran ein Verschulden trifft.
Mit dem Inkrafttreten des neuen Umweltschadensgesetzes am 14. November 2007 werden Unternehmer zur Kasse gebeten, wenn sie die geschützte Tier- und Pflanzenwelt, Gewässer, Grundwasser oder Boden schädigen. Tückisch: Das Gesetz gilt rückwirkend für alle Schäden zum 30. April des Jahres. Jeden Landwirt oder Winzer, der mit Pflanzenschutzmitteln, Dünger, Reinigungsmitteln oder anderen umweltgefährdenden Stoffen zu tun hat, kann ein solcher Schaden treffen. Dann, so sagt das Gesetz, ist er verpflichtet, den ursprünglichen Zustand der geschädigten Natur wiederherzustellen. In einem Fall wie dem Aartalsee, erklärt Alois Lattwein, Haftpflicht-Chef bei der R+V, kann das langwierig und teuer werden: "Bei einem stehenden Gewässer ist es schwer, das Wasser so zu reinigen, dass sich wieder Fische und Krebse ansiedeln können." Das Fischereiverbot ist nur der erste Schritt, dann kommen die Sachverständigen zu Wort. Sie erfassen den Aufwand der Sanierung und leiten entsprechende Maßnahmen ein - etwa, um den Uferbereich, die Sedimente oder das Gewässer selbst zu sanieren. Bis die Renaturierung abgeschlossen ist, kann es Jahre dauern, die ganze Zeit durch die Gutachter begleitet.
"Das Gesetz sieht vor, dass der Ursprungszustand wieder hergestellt werden muss", erklärt Lattwein. Das ist in der Realität nicht so einfach, meint der R+V-Experte: "Wenn etwa eine Population von geschützten Feldhamstern nach einem Brand durch kontaminiertes Löschwasser eingeht, ist es nicht damit getan, ein paar Hamster umzusiedeln." Das Umweltschadengesetz wird da sehr deutlich und schreibt ergänzende und ausgleichende Maßnahmen vor: So müssen mehr Jungtiere eingesetzt oder ein größeres Areal gefunden werden, so dass sich der Bestand wieder erholen kann. Ist eine Wiederansiedlung an demselben Ort nicht möglich, muss eine andere Fläche gefunden werden, die für die Tiere vergleichbare Lebensbedingungen bietet. Wie teuer so etwas werden kann, zeigt ein Fall in Mainz: Dort verschlang die Umsiedlung von 17 Feldhamstern für den Bau eines Gewerbeparks satte zwei Millionen Euro.
"Diese Kosten wären für die meisten Unternehmer das Ende ihrer Existenz", warnt Lattwein und rät dringend zum Abschluss einer Umweltschaden-Versicherung: "Inzwischen sind einige Anbieter auf dem Markt, R+V bietet schon seit dem Sommer eine so genannte NaturschutzPolice an." Sie deckt die Sanierungskosten, aber auch Gutachter- und Sachverständigenkosten ab. Wichtig: Auch solche Fälle sind eingeschlossen, bei denen das Unternehmen selbst gar kein Verschulden am Umweltschaden trifft. Denn für Firmen, die besonders umweltgefährdende Tätigkeiten ausüben oder auch nur gefährliche Stoffe verwenden oder lagern, gibt es jetzt eine verschuldensunabhängige Haftung.
Die R+V-NaturschutzPolice lässt sich ganz nach Bedarf aus verschiedenen Bausteinen zusammensetzen: Die Grunddeckung bietet für Umweltschäden auf fremden Grundstücken Versicherungsschutz. "Viele Betriebe haben Lager- oder Produktionsstätten nur angemietet. Auch das ist damit abgedeckt", erläutert Lattwein sein Produkt. Dazu kommen als Zusatzbausteine Schäden am Grundwasser und eine Teilsanierung auf eigenen Grundstücken und auch die vollständige Sanierung des eigenen Geländes mit ein. "Dieser Fall ist nicht so unwahrscheinlich - schon ein geplatzter Hydraulikschlauch am Firmen-LKW kann das Grundwasser empfindlich schädigen", erklärt der Haftpflicht-Chef. "Viele Betriebe haben bereits die Notwendigkeit der Zusatzversicherung gegen Umweltschäden erkannt."
Quelle: Pressemeldung R+V Versicherung AG
Dieser Beitrag wurde bisher 108 mal gelesen.
(Rang 205 auf umweltschutz-infos.de)
Weitere News
Handy vergleich
08.02.2012 | Seit Jahren besitzt fast jeder Verbraucher ein Mobiltelefon. Die Handys haben sich im Laufe der Zeit immer...
weiter in Handy vergleich ...Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung: "Wir brauchen einen neuen Aufbruch"
02.11.2011 | Am 28. und 29. Oktober 2011 haben der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung und die Vereinigung...
weiter in Der Parlamentarische Beirat für ...Bundesministerin Aigner: Fischbestände nachhaltig bewirtschaften und Ressourcen der Meere schützen
21.10.2011 | Fangquoten für Fischbestände in der Ostsee für 2012 beschlossen
weiter in Bundesministerin Aigner: ...Strompreisprognose 2012: Anstieg um 4 Prozent wahrscheinlich
19.10.2011 | Verivox hat ermittelt, dass die durchschnittlichen Strompreise für private Verbraucher zum Jahreswechsel um...
weiter in Strompreisprognose 2012: Anstieg um ...Sony setzt voll auf Energie-Effizienz bei Fernsehern
09.06.2011 | Erst im November 2011 wird die EU-Vorgabe verbindlich - Sony setzt sie bereits jetzt um: Alle neuen BRAVIA...
weiter in Sony setzt voll auf ...Aktuelles
BASF treibt mit neuer globaler Geschäftseinheit Batterie- Aktivitäten für Elektromobilität voran
Neue Geschäftseinheit "Battery Materials" führt...
weiter ...Neuigkeiten
Gut für Umwelt und Geldbeutel
Der Bereich der Energieversorgung ist bei den Betriebskosten...
weiter ...Klimawandel und Extremereignisse Weltklimarat IPCC zeigt zukünftige Risiken auf
Röttgen und Schavan: Klimaschutz stärken und Wissensbasis...
weiter ...Weitere Themen
Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung: Wir brauchen einen neuen Aufbruch
Am 28. und 29. Oktober 2011 haben der Parlamentarische...
weiter ...Archiv
Was bringen umweltfreundliche Mobiltelefone?
Fast täglich werden immer wieder neue Handys und Smartphones...
weiter ...Netzentgelte: Regierung schröpft Verbraucher
vzbv fordert eine angemessene Beteiligung der Wirtschaft an...
weiter ...Verschiedenes
Neuer Windpark bei Polch versorgt 6.000 Haushalte mit sauberem Strom
pfalzwind GmbH bringt fünf Windräder nach nur vier Monaten...
weiter ...Ab 2012 wieder Förderung für Rußpartikelfilter vom BAFA
Wer sein Dieselfahrzeug mit einem Partikelfilter nachrüstet,...
weiter ...
