Vattenfall-Cyclassics - Gegen das Greenwashing
Der Protest gegen Vattenfall ist am heutigen Tag bei den Vattenfall-Cyclassics nicht zu übersehen. Auf einer der für das Rennen symbolträchtigsten Stelle, der Köhlbrandbrücke, haben ROBIN WOOD-KletteraktivistInnen ein kunstvolles, 50 qm großes Transparent direkt über der Rennstrecke entrollt. Sie verstehen sich als Teil der vielfältigen Aktionen gegen Vattenfalls Greenwashing.
"Vattenfall will mit Sponsorveranstaltungen wie den Cyclassics sein Image aufpolieren, da wollen wir ein Zeichen entgegensetzen", kommentiert ROBIN WOOD-Kletteraktivistin Cécile Lecomte die Aktion. Angesichts der zahlreichen Pannen in den AKWs Krümmel und Brunsbüttel sowie des Wirbels um den Bau des klimaschädlichen Kohlekraftwerks Moorburg verschlechtert sich das Ansehen des Konzerns in der Öffentlichkeit zunehmend.
Aktuell ist für die KlimaaktivistInnen der Bau eines neuen Steinkohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg von besonderer Brisanz. Dieses würde den CO2-Ausstoß der Hansestadt mit einem Schlag um 40 Prozent erhöhen.
Zudem ist der Bau von neuen zentralisierten Kraftwerken dieser Art ein Hemmnis für die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien. Es wird über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden und lenkt die Energiepolitik in die falsche Richtung.
"Wir fordern ein Umdenken hin zu einem bewussteren, sparsameren Umgang mit Ressourcen, anstatt Produktionskapazitäten zu erweitern. Auf die Vattenfall-"Krückentechnologie" muss verzichtet werden", so Lecomte. Ihr Kletterpartner aus der französischen Stadt Chambéry, Damien Vidal, betont die Wichtigkeit der internationalen Vernetzung für einen Wandel in der Energiepolitik: "Klimaschutz selber machen ist eine globale Aufgabe."
Bereits im letzten Winter wurde Vattenfall kräftig die Kohlesuppe versalzen. Im Gählerpark in Hamburg-Altona wurden drei Monate lang von AktivistInnen - darunter ROBIN WOOD-Aktive - mehrere Bäume besetzt, die Vattenfall für den Bau seiner Fernwärmetrasse zum Kohlekraftwerk fällen wollte. Der Widerstand konnte einen Etappensieg verbuchen, die Trasse wird vorerst nicht gebaut.
Dies zeigt die Notwendigkeit von Protest von unten. Leider werden nicht die Konzerne, die unsere Lebensgrundlage aufs Spiel setzen kriminalisiert, sondern diejenigen, die sich dagegen wehren. Die Umwelt-Aktivistin Franziska Wittig sitzt seit Freitag in der JVA Karlsruhe eine zweiwöchige Strafhaft ab, weil sie sich an einer Aktion gegen den Klimakiller in Hamburg-Moorburg beteiligt hat. Ihr gilt unsere Solidarität, sie freut sich über jede Fortsetzung des Protestes und ermutigende Briefe.
Dass der Widerstand sich nicht einschüchtern lässt, sondern immer kreativer wird, zeigen die heutigen Proteste. Für ROBIN WOOD erstellte der Künstler "Dan" ein beeindruckendes, aussagekräftiges Banner, welches auf der Galerie "Köhlbrandbrücke" noch bis zum Ende des Rennens zu bewundern ist.
Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.
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