Verbraucher baden Kopenhagen-Beschlüsse aus
"Die Verbraucher weltweit müssen ausbaden, dass sich die über 190 Staaten in Kopenhagen nicht auf eine verbindliche Reduktion der Treibhausgase über 2012 hinaus verständigt haben", kommentiert der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen das Ergebnis und verlangt, dass bei den Folgeverhandlungen die Perspektive der Verbraucher stärker berücksichtigt werden.
"Jeder Tag, der ohne weitere verbindliche Reduktionsziele verstreicht, erhöht die Kosten für die Verbraucher. Denn sie tragen die Folgen des Klimawandels, etwa Schäden durch extreme Wetterereignisse", kritisiert Billen. Er fordert die Bundesregierung auf, ihre in Kopenhagen eingebrachten Reduktionsziele national verbindlich festzuschreiben und notwendige Umsetzungsschritte einzuleiten: "Ohne einen stringenten Klima-Masterplan, der Unternehmen, Länder und Kommunen in die Pflicht nimmt, wird es kein CO2-freies Wohlstandsmodell geben."
vzbv-Energieexperte Holger Krawinkel warnt: "Wenn Deutschland seinen CO2-Ausstoß bis 2050 bis zu 95 Prozent reduzieren will, sind erhebliche Investitionen in eine CO2-freie Stromerzeugung, in die Sanierung des Gebäudebestands und die Verkehrsinfrastruktur nötig." Bei diesen langfristigen Investitionen stünden bis 2050 nur noch ein bis zwei Investitionszyklen zur Verfügung. Krawinkel: "Die Verbraucher müssen von der Politik als Bürger angesprochen und aktiv in die notwendigen Umbaumaßnahmen einbezogen werden." Nicht der Klimaschutz behindere Wohlstand und Lebensqualität, sondern die Begrenzung der Abhängigkeit von fossilen und endlichen Energieträgern.
In Kopenhagen waren erstmals Verbraucherschützer als Beobachter einer UN-Klimakonferenz akkreditiert. Der weltweite Verbraucherdachverband Consumers International (CI) erklärte: "Das Klima wird nicht durch Papier gerettet, sondern durch Handeln. Es ist Zeit, die Rahmenbedingungen für Verbraucher so zu verbessern, dass sie ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft leisten können. Die Verbraucher sind dazu bereit."
"für mich. für dich. fürs klima." ist ein Bündnis des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) mit den 16 Verbraucherzentralen der Bundesländer, dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem VerbraucherService (VS) im Katholischen Deutschen Frauenbund und Germanwatch. Die Allianz wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.
Quelle: Pressemeldung Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
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