WWF weitet Naturschutzarbeit aus
Trotz der beginnenden Finanzkrise hat die Umweltstiftung WWF im zurückliegenden Jahr ihr Engagement für den weltweiten Naturschutz ausweiten können. Das geht aus dem heute vorgelegten Jahresbericht für 2008 hervor. So wurde im Kongobecken ein 300.000 Hektar großes Gebiet im Ngiri-Dreieck ausgewiesen, das Tesso Nilo Schutzgebiet auf Sumatra wurde um 86.000 Hektar erweitert. Durch die Anstellung von Rangern konnte die Wilderei von Kamtschatka-Bären in Russland komplett gestoppt werden. Die rund 40 noch lebenden Amur-Leoparden werden in einem neuen Leopardenschutzgebiet, das vom WWF entscheidend voran getrieben wurde, geschützt.
"Der Naturschutz ist immer stärker im Bewusstsein der Menschen verankert, und deswegen investieren sie trotz Wirtschaftskrise in den Naturschutz", so WWF Geschäftsführer Eberhard Brandes. "Wir geben alles, um diesem Vertrauen gerecht zu werden und werden auch weiterhin alle Kräfte dafür mobilisieren, einen lebendigen Planeten für uns und unsere Kinder zu erhalten."
Basis des ausgeweiteten Engagements für den Naturschutz waren weiter steigende Zahlen an Förderern und Spenden. Der WWF verzeichnete 2008 rund 30 Prozent mehr Einnahmen als im Vorjahr, nämlich 40,2 Millionen Euro. 358.000 Privatspender (2007:345.000) trugen fast zwei Drittel davon bei, was rund 26 Millionen Euro und einem Plus von 14,1 Prozent entspricht.
Wie dramatisch der Druck ist, noch viel mehr zum Schutz des Planeten zu unternehmen, zeigte der im Oktober 2008 vorgestellte Living Planet Report des WWF. Die biologische Vielfalt der Erde ist in den letzten Jahren weltweit erheblich geschrumpft. Bereits im Jahr 2035 würde die Menschheit, wenn nichts Grundlegendes geändert wird, einen dritten Planeten benötigen, um den Bedarf an Nahrung, Wasser, Energie und Fläche zu decken. Der rasante Klimawandel wird das Artensterben und den Verlust ganzer Ökosysteme weiter beschleunigen und die Lebensgrundlagen der Menschen in vielen Regionen der Erde zerstören. Für den Erhalt der Wälder und der Biodiversität würden nach Einschätzung des WWF etwa 20 bis 30 Milliarden Euro jährlich benötigt
"Anders als in der globalen Finanzkrise hat die Staatengemeinschaft keine gemeinsame Antwort auf die Überziehung des globalen Ökokredits gefunden", so Brandes. "Dabei ist das zwingend nötig, denn die Folgen des globalen Raubbaus an unserem Planeten und des sich bereits bedrohlich auswirkenden Klimawandels werden weit schwerwiegender und langwieriger sein als die Finanzkrise."
Der Lakmustest für die internationale Staatengemeinschaft steht nach Auffassung des WWF im Dezember bevor. Dann geht es in Kopenhagen darum, ein neues Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2012 auszuhandeln. Wenn der ungebremste Klimawandel noch abgewendet werden soll, muss der Anstieg der globalen Temperatur unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten bleiben. Das ist nur zu erreichen, wenn die Industriestaaten sich dazu verpflichten, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.
Quelle: Pressemeldung WWF Deutschland
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