Wachsender Widerstand gegen Kahlschlag
Ein Dutzend Aktive der Umweltorganisation ROBIN WOOD haben heute auf der Zeil (Ecke Brönnerstraße) im Zentrum von Frankfurt mehrere Bäume erklommen und Transparente gegen den Flughafenausbau aufgehängt. "Auch ohne Flugzeuge hoch hinaus" und "Partei ergreifen für Wald und Klima - Flughafenausbau durchkreuzen" steht auf den Spruchbändern über den Köpfen der PassantInnen. Damit machen die UmweltschützerInnen auf die rasch voran schreitende Rodung des Kelsterbacher Stadtwaldes für den Ausbau des Rhein-Main-Airports aufmerksam. Nach Fraport-Angaben wurden in der ersten Woche 50 Hektar Wald kahl geschlagen, obwohl die Kelsterbacher Stadtverordnetenversammlung einem Verkauf des Waldes noch nicht zugestimmt hat.
Seit dem 20. Januar lässt Fraport den Kelsterbacher Stadtwald für den Bau einer vierten Landebahn roden. Einen Tag nach Rodungsbeginn präsentierten Fraport-Vizechef Stefan Schulte und der Kelsterbacher Bürgermeister Manfred Ockel, SPD, ein Papier, in dem sich die Stadt Kelsterbach bereit erklärt, ihren Wald der Fraport zu verkaufen und ihre Klage gegen den Flughafenausbau zurück zu ziehen. Am 9. Februar wird die Kelsterbacher Stadtverordnetenversammlung über dieses Papier beraten und entscheiden. ROBIN WOOD fordert die Stadtverordneten auf, gegen einen Verkauf an Fraport zu stimmen. 250 Hektar Wald sollen bei Kelsterbach für den Flughafen fallen.
In der 14.000 Einwohner-Stadt wächst der Unmut über den überraschenden Schritt des Magistrats. Über die Verhandlungen war die Öffentlichkeit zuvor nicht informiert worden. "Während im Regierungspräsidium Darmstadt offiziell über eine vorzeitige Besitzeinweisung verhandelt wurde und eine Enteignung der Stadt noch nicht einmal beantragt war, hat Bürgermeister Ockel ohne Not Gesundheit und Rechtsschutz der Kelsterbacher Bürgerinnen und Bürger verkauft", kritisiert Monika Lege, ROBIN WOOD-Verkehrsexpertin. Erst im Juni wird der Verwaltungsgerichtshof Kassel das Hauptsacheverfahren zu den zahlreichen Klagen gegen den Flughafenausbau eröffnen. Der vorzeitige Verkauf ermöglicht Fraport, jetzt durch den Kahlschlag unumkehrbare Tatsachen zu schaffen.
In der Kelsterbacher Stadtverordnetenversammlung hat die SPD die absolute Mehrheit. "Wir befürchten, dass für diesen Kuhhandel bereits eine Mehrheit organisiert wurde", so Lege. Trotzdem appelliert ROBIN WOOD an die Kelsterbacher Stadtverordneten, gegen den Verzicht auf die Eigentums- und Prozessrechte zu stimmen: "Sie haben Ihr Mandat von den Bürgerinnen und Bürgern bekommen. Ein unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgehandelter Deal mit der Fraport widerspricht Ihrem demokratischen Auftrag."
Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.
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