Windenergie: Chance verpasst!

17.03.2008 | Basel
Die Schweizerische Vereinigung zur Förderung der Windenergie, Suisse Eole, bedauert den Entscheid des Bundesrates, der Windenergie keine wirtschaftlichen Einspeisetarife zu gewähren. Damit wird ein vernünftiger und massvoller Ausbau dieser ausgereiften, die Stromproduzenten weltweit überzeugenden Technologie ausgerechnet in der Schweiz verunmöglicht.

Das vom Parlament vor Jahresfrist beschlossene Prinzip der kostendeckenden Einspeisevergütung für Strom aus allen erneuerbaren Energiequellen ist als wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige und sichere Stromversorgung begrüsst worden. Die Neuerung in der schweizerischen Energiepolitik fusst auf einem breiten Konsens unterschiedlichster Interessengruppen. Der Gesetzgeber beabsichtigte in einem staatspolitisch weisen Entscheid, die erneuerbaren Energien auf den wirtschaftlichen Erfolgspfad zu bringen: mit dem Ziel einer von fossilen Energieträgern und internationalen Krisenherden weniger abhängigen Versorgung, dafür mit Blick auf eine die Umwelt und das Klima schonende Stromproduktion sowie auf eine stark KMU-orientierte, einheimische Energiebranche. Nicht nachvollziehbar ist deshalb die bundesrätliche Herabsetzung der im Verordnungsentwurf vorgesehenen Einspeisetarife für Windstrom um mehr wie fünf Rappen pro Kilowattstunde. Diese Reduktion um rund 20 Prozent der als kostendeckend und somit als wirtschaftlich errechneten Stromvergütung trifft eine Energietechnologie, die schon heute nah am Markt produzieren kann, die aber insbesondere in der Schweiz noch einer ökonomischen Starthilfe bedarf. Auch ist in der Verordnung die Vergütung von Windstrom wie kaum eine andere Energieform schlank und übersichtlich geregelt. Die global zu den Hoffnungsträgerinnen zählende Windenergie kann mittelfristig im Mehrprozentbereich an unsere einheimische Stromversorgung beitragen. Die in der neuen Energieverordnung festgelegten Einspeisetarife für Windstrom sind - vor dem Hintergrund seriöser Projektabklärungen und den aktuellsten Anlagekosten - nicht kostendeckend. Die neuen Tarife sind sogar eher schlechter wie die bisherige Regelung, mit 15 Rp/kWh bei welcher aber der ökologische Mehrwert zusätzlich gehandelt werden konnte. Es ist nun absehbar, dass nur noch einzelne Standorte mit allerbesten Windverhältnissen realisiert werden, wodurch hierzulande eine grosse Chance verpasst wird. Gute Projekte mit durchaus interessanten Rahmenbedingungen sind mit der geltenden Verordnung stark in Frage gestellt. Betroffen sind zahlreiche, im Rahmen des "Konzept Windenergie Schweiz" ausgewiesenen Gebiete mit beachtlichen durchschnittlichen Windstärken von über fünf Metern pro Sekunde. Werden diese nicht genutzt, verzichtet die Schweiz auf ein Potenzial von Hunderten Gigawattstunden emissionsfrei produzierter Elektrizität: eine angesichts der drängenden Energiefrage letztlich unverantwortliche Perspektive.

Quelle: Pressemeldung Suisse Eole Geschäftsstelle c/o ENCO AG

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