Mit dem gemeinsamen Projekt wollen ThEGA und GICON die nachhaltige Fortführung von Biogasanlagen in Thüringen nach dem Auslaufen der EEG-Förderung sicherstellen. Innerhalb von zwei Jahren werden Maßnahmen zur Flexibilisierung der Strom- und Wärmeerzeugung, zur Eigenstromnutzung und zur Biomethaneinspeisung konzipiert. Ein priorisierter Katalog und eine digitale Dokumentation unterstützen Betreiber bei Investitionsentscheidungen. Noch in diesem Jahr startet eine Pilotanlage. Damit werden regionale Wertschöpfung, Klimaschutz und Versorgungssicherheit gestärkt und Akzeptanz erneuerbarer Energien erhöhen.
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Flexibilisierung von Strom und Wärmeerzeugung optimiert Betriebsführung nachhaltiger Anlagen
Die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) hat GICON beauftragt, in einem zweijährigen Programm knapp fünfzig Biogasanlagen in Thüringen auf das Ende der EEG-Förderung vorzubereiten. Noch dieses Jahr findet die Erstanalyse einer ausgewählten Anlage statt, um technische Optimierungen, Flexibilitätsmaßnahmen sowie Konzepte für Eigenstrom und Wärme sowie Biomethan zu erarbeiten. Aus den Ergebnissen entsteht ein priorisierter Maßnahmenkatalog, der ökonomische und technische Empfehlungen kombiniert und Betreibern belastbare Entscheidungsgrundlagen für einen nachhaltigen Weiterbetrieb liefert.
ThEGA analysiert erste Musteranlage und entwickelt konkrete praxistaugliche Nachförderstrategien
Durch das geplante Auslaufen der EEG-Förderung verlieren Biogasanlagenbetreiber in Thüringen schrittweise feste Einspeisetarife, die über zwanzig Jahre energiepolitische Planungssicherheit boten. Fehlende modernisierte Anlagenkomponenten für Laststeuerung, eigene Stromnutzung, Wärmebereitstellung und Biomethaneinspeisung erhöhen das Risiko flächendeckender Stilllegungen, was regionale Wertschöpfung, Klimaziele und ländliche Energieautonomie beeinträchtigt. Das Thüringer Umweltministerium und die ThEGA unterstützen Betreiber mit zeitnahen, kostenfreien, zielgerichteten Beratungsleistungen, die umfassende Technikprüfungen, strategische Geschäftsmodellentwicklung, detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen und pragmatische Rechtssicherheit umfassen für nachhaltige Investitionsentscheidungen.
Thüringer Biogasanlagenbetreiber auslaufender EEG-Förderung profitieren von kostenlosem Registrierungsangebot jetzt
Betreiber in Thüringen, deren Biogasanlagen in den kommenden drei bis vier Jahren keine EEG-Förderung mehr erhalten, sind aufgerufen, sich kostenfrei anzumelden. Das Thüringer Umweltministerium kontaktiert die betroffenen Anlagenbetreiber direkt und stellt alle notwendigen Informationen zum kostenlosen Analyse- und Beratungsprozess bereit. Im Fokus stehen agrarische Substrate, organische Reststoffe und Biomethan, da Thüringen deutschlandweit den höchsten Anteil an Gülle aufweist. Das Angebot erleichtert die frühzeitige Entwicklung neuer Betriebsstrategien und sichert Rentabilität langfristig.
Erfahrungswerte aus Projekten schaffen Vertrauen bei Betreibern und Entscheidungsträgern
Im Rahmen der 63. Biogas-Fachtagung im November diskutierten zwei GICON-Ingenieure vor Ort als auch digital mit Betreibern über politische Vorgaben und behördliche Anforderungen. Sie präsentierten modulare Lösungsansätze für mehr Flexibilität in der Strom- und Wärmeerzeugung, eine effektive Eigenstromnutzung und die Einspeisung von Biomethan. Jörg Hiecke, Fachbereichsleiter Bioenergie, hob die Bedeutung praxisnaher Strategien hervor. Dank der Projektanalyse aus tausenden Fällen wurden wertvolle Kontakte zu Fachverband Biogas, Thüringer Bauernverband und Landesministerium etabliert.
GICON gestaltet dreistufige Beratung mit Erfassung, Analyse, digitaler Entscheidungshilfe
Ein zentraler Output der GICON-Beratung ist ein ansprechender, digital bereitgestellter Maßnahmenplan. Vor dessen Erstellung führt Phase eins eine detaillierte Bestandsaufnahme inklusive Datenerfassung und Vor-Ort-Begehung durch, um technischen Zustand, Substratpotenziale und örtliche Gegebenheiten zu dokumentieren. Phase zwei wertet alle Weiterbetriebsmöglichkeiten aus: EEG-Ausschreibungen, flexible Strom- und Wärmeerzeugung, Eigenstromverbrauch, Energieeinsparungen, Biomethaneinspeisung oder Stilllegung. Aus den Erkenntnissen wird ein priorisierter, prüffähiger, umfassender Katalog fachlicher und wirtschaftlicher Maßnahmen erstellt und an ThEGA sowie Betreiber übergeben.
Ländlicher Raum profitiert von Marktpräsenz sichern Strategien für Biogasanlagen
Die detaillierten Untersuchungsergebnisse ermöglichen dem Thüringer Umweltministerium eine gezielte Steuerung zukunftsweisender Fördermaßnahmen für die Biogasbranche. Betreiber können diese konkreten Zahlen – von Ertragsprognosen bis zu Kostenanalysen – nutzen, um ihre Anlagen effizienter zu gestalten und Investitionen in Flexibilisierung sowie Biomethanproduktion sicher zu kalkulieren. Durch die übersichtlichen Handlungsempfehlungen steigt die Transparenz und das Vertrauen in eine ökologisch und ökonomisch nachhaltige Bioenergie. Sie bleibt so eine tragfähige Säule der Regionalenergieversorgung.
Flexibilisierung von Strom- und Wärmeerzeugung optimiert Anlagenbetrieb und Rentabilität
In ländlichen Regionen Thüringens droht nach Ablauf der EEG-Förderung vieler Biogasanlagen eine Welle von Stilllegungen, die regionale Wertschöpfung und Klimaschutz gefährdet. Um dem entgegenzuwirken, bietet die ThEGA in Kooperation mit GICON kostenfreie Beratungsleistungen an. Die Experten entwickeln in einem dreistufigen Verfahren Konzepte zur technischen Modernisierung, Flexibilisierung der Energieerzeugung, Eigenstromnutzung und Biomethan-Einspeisung. Betreiber erhalten eine digitale Entscheidungsgrundlage, um ihre Anlagen langfristig wirtschaftlich und nachhaltig zu betreiben. Umfassende praxisorientierte und zukunftssichere Handlungsempfehlungen.

