Hitze am Nordpol: der Klimawandel ist nicht schuld

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Eine Erhöhung der Temperaturen um 30 Grad am Nordpol sorgt dafür, dass die Welt in Richtung Eis schaut. In Island dagegen zeigt sich ein beeindruckendes Tiefdruckgebiet. Was dies zu bedeuten hat, erklärt Andreas Friedrich.

Der Meteorologe Andreas Friedrich beantwortet in einem Interview Fragen zu der aktuellen Klimasituation. Sorgen bereitet vor allem das Tiefdruckgebiet Eckhard. Seit zehn Jahren gab es kein so extremes Gebiet mehr. Es sorgt dafür, dass es am Nordpol 30 Grad wärmer ist als sonst. Es trägt die Schuld daran, dass die kalte Luft in Richtung Island geht und die warme Luft der Kanaren bis Richtung Nordpol geschoben wird. Bisher sieht Friedrich mit der Erhöhung der Temperaturen am Nordpol noch kein Problem. Lediglich für die Schifffahrt kann dies Folgen haben. Durch die Veränderungen zeigt sich die See besonders unwegsam und lässt sich schwer einschätzen. Mit Orkanen ist durch Eckard allerdings erst einmal nicht zu rechnen.

Welchen Einfluss hat der Klimawandel?

Interessant ist natürlich die Frage, ob möglicherweise der Klimawandel hier einen Einfluss haben kann. Das ist grundsätzlich so erst einmal nicht der Fall laut Friedrich. Eckard wird nicht durch den Klimawandel ausgelöst, da dieser sich eher schleichend fortbewegt. Die Entstehung des Tiefs kann als ein Zufall gewertet werden. Dennoch hat der Klimawandel einen Einfluss auf das Wetter, wie auch ein Blick auf das Jahr 2015 zeigt. Im Vergleich zu anderen Jahren handelte es sich hier um ein besonders warmes Jahr – vor allem auf globale Sicht gesehen. 2014 war jedoch noch ein wenig wärmer.

Friedrich ist nicht der Meinung, dass nun häufiger mit Extremtiefs gerechnet werden müsste. Er macht deutlich, dass alle Informationen dazu keine Grundlage haben. Das heißt also, bisher ist nicht davon auszugehen, dass Tiefs, wie Eckhard, sich häufiger bilden und damit möglicherweise auch die Gefahr für Orkane ansteigt. Dabei ist auch interessant zu wissen, dass sich von November 2015 bis Dezember 2015 die Wetterlage relativ gut gehalten hat. Natürlich waren auch hier Tiefs zu verzeichnen, die sich über dem Nordatlantik gebildet haben. Das ist auch der Grund dafür, dass häufiger warme Luft nach Europa transportiert wird. Dennoch gab es in der Silvesternacht des vergangenen Jahres in vielen Teilen Deutschland Blitzeis, das für viele Menschen auch durchaus überraschend kam. Selbst mit Schnee durfte gerechnet werden, auch wenn dieser nicht lange liegen geblieben ist. Es kann, laut Friedrich, also aufgeatmet werden. Wäre der Klimawandel Schuld an den extremen Temperaturen am Nordpol, dann wäre dies ein durchaus größeres Problem.


Bildnachweis: © unsplash.com – ashishtha Jogi

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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