Interesse an Phosphat steigt

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Phosphat im Dünger ist ein beliebter Rohstoff, der dafür sorgt, dass die Pflanzen noch besser wachsen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Bedarf an dem Rohstoff in Bezug als Mineralstoff für Dünger immer weiter ansteigt. Da die natürlichen Phosphat-Vorkommen aber immer weniger werden, wirkt sich der erhöhte Bedarf auch auf den Preis aus. Als Lösung rückt das Recycling immer mehr in den Vordergrund. So gibt es nun ein erstes Projekt in Berlin, bei dem aus Klärschlamm schließlich Phosphat im Recycling gewonnen werden soll.

In vielen Klärwerken liegt wahres Gold, auch wenn dieses auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Der Klärschlamm in vielen Gebieten ist reich an Phosphor. Der Rohstoff wird immer seltener und daher wird nun das Recycling deutlich mehr in den Vordergrund gerückt. Das ist jetzt auch in Berlin der Fall. Die Umsetzung ist jedoch nicht ganz so einfach.

Förderung von Recycling durch den Bund

Phosphor ist für Pflanzen, Tiere und auch für Menschen gleichermaßen lebenswichtig. Als Nährstoff unterstützt er den Stoffwechsel beim Menschen. Das Abwasser wird auf unterschiedliche Wege mit Phosphor angereichert. Vor allem die Ausscheidungen der Menschen sind einer der Gründe. In Berlin wurde nun ein Verfahren entwickelt, mit dem es möglich ist, aus dem Abwasser das Phosphat zu filtern und es dann als Dünger einzusetzen. Die Problematik beim Phosphat ist vor allem, dass es einen Ersatz nicht gibt. Die Berliner Wasserbetriebe wurden für ihre Entwicklung nun mit dem GreenTec Award ausgezeichnet. Der Umweltpreis wird für besondere Projekte verliehen.

Die Phosphat-Ressourcen sind übersichtlich geworden. Mit vorsichtigen Schätzungen lässt sich sagen, dass die derzeitigen Ressourcen höchstens noch für 300 Jahre reichen. Auch ein kürzerer Zeitraum ist möglich. Das Recycling wird nun auch durch den Bund unterstützt. Einer der Gründe dafür ist, dass es in der EU nur kleine Vorkommen an Phosphat gibt. Das Berliner Projekt ist nicht das Einzige seiner Art in der Bundesrepublik. Es gibt auch noch ein paar andere Projekte, die aktiv sind. Allerdings ist Berlin ein Vorreiter in Bezug auf das Recycling und die Umwandlung in Dünger. Dieser Dünger wird sogar schon an Landwirte verkauft.

Interessant zu wissen: 80 Prozent der Vorräte an Phosphor werden verwendet, damit sie in Dünger eingesetzt werden können.

Erhöhte Preise sind zu erwarten

Es ist zu vermuten, dass durch den Bedarf der Schwellenländer die Nachfrage noch weiter steigen wird. Dies wirkt sich natürlich auch auf den Preis aus. Daher soll das Recycling noch mehr in den Vordergrund gerückt werden und dies wird auch durch die Bundesregierung gefördert. Die Frage, welchen Nutzen die Berliner Wasserbetriebe aus dem Recycling ziehen, stellt sich natürlich auch. Phosphat ist zwar für den Menschen ein wichtiger Nährstoff. Allerdings wirkt er sich negativ auf die Wasserleitungen aus. Es sorgt dafür, dass in den Wasserleitungen Verstopfungen gebildet werden. Mit dem Recycling wird den Wasserbetrieben also geholfen, Geld zu sparen. Auch der Dünger bringt Einnahmen.

Generell ist die Preisentwicklung mit Vorsicht zu betrachten. So wird derzeit davon ausgegangen, dass es zu einem Anstieg kommt, wenn die Vorkommen weniger werden und dafür die Nachfrage aber deutlich zunimmt. Zudem ist die Wirkung von steigenden Getreidepreisen nicht zu unterschätzen. So ist es möglich, dass die Landwirte dadurch ihre Flächen noch besser nutzen möchten. Das heißt, es wird noch mehr Dünger benötigt. Der Zusammenhang zwischen dem Preis für Düngemittel mit Phosphat sowie dem Preis für Nahrungsmittel lässt sich damit nicht mehr verbergen. Auch der Einfluss von internationalen Märkten darf nicht unterschätzt werden. Gerade Indien ist als Gefahr in Bezug auf den steigenden Preis von Phosphat anzusehen. Sollte hier ein größerer Markt für Dünger mit Phosphat entstehen, dann kann sich dies ebenfalls nachhaltig auf den Preis für den Rohstoff auswirken.


Bildnachweis: © Fotolia – Michael Tieck

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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