Emissionshandel 2013 im Luftverkehr: das steckt dahinter

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Der Emissionshandel 2013 (emissions trading) ist ein Teil der europäischen Klimapolitik. Dahinter steckt die Idee, möglichst kostengünstig den CO₂-Ausstoß zu senken. Für jede Tonne ausgestoßenes CO₂ müssen CO2-Zertifikate erworben werden. Die Preise hierfür sind ganz unterschiedlich.

CO2-Zertifikate: Preise in Auktion ermittelt

Die Emissionsoptionen werden anteilig gemäß den bisherigen Emissionen (Grandfathering) auf die Unternehmen aufgeteilt. Allerdings nur zu 85 Prozent. Die übrigen 15 Prozent werden meistbietend versteigert. So werden die Emissionszertifikate Preise erzielen, die sich nach den Gesetzen des Marktes einpendeln. Die CO2-Zertifikate-Preise werden somit nicht festgelegt, sondern in der Versteigerung durch Gebot bestimmt.

EU-Richtlinie: Emissionshandel für alle Fluggesellschaften

Am 2. Februar 2009 trat eine neue EU-Richtlinie in Kraft die zum Ziel hat, den internationalen Luftverkehr in das europäische Emissionshandelssystem einzugliedern. Diese Richtlinie war bis zum Ende des Jahres 2012 gültig und wurde dann zu Beginn des Jahres 2013 von einer neuen Richtlinie abgelöst, die bis 2020 gültig ist.

Laut dieser Richtlinie müssen alle Fluggesellschaften welche europäische Flughäfen benutzen, in den Emissionshandel einbezogen werden. In den Jahren von 2010 bis 2011 war lediglich ein Reporting über die angefallenen CO₂-Emissionen erforderlich. Ab 2012 trat dann der Emissionshandel der CO2-Zertifikate in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt müssen Fluggesellschaften nachweisen, dass sie über die nötigen Emissionsrechte verfügen. Welcher EU-Staat im Bereich Emissionshandel für welche Fluggesellschaft verantwortlich ist, wird im Amtsblatt der Europäischen Union öffentlich gemacht.

Zuteilung der Emissionsrechte sinkt jährlich um 1,74 %

Die jeweilige Zuteilung der Emissionszertifikate beruht auf den in den Jahren 2004 bis 2006 erhobenen Daten. Von diesen Werten wurden im Jahr 2012 drei Prozent und im Jahr 2013 fünf Prozent abgezogen. Ab dem Jahr 2013 werden im Bereich Emissionshandel jährlich 1,74 Prozent von der insgesamt erlaubten Menge der Emissionen abgezogen. Im Bereich Luftverkehr soll die Verringerung der Emissionen durch effizientere Flugzeuge, beziehungsweise veränderter Flugverfahren erreicht werden.

Allerdings ist diese eigentlich gut gedachte Richtlinie im Bereich Emissionshandel inzwischen wieder aufgeweicht worden. Ursprünglich war festgelegt worden, dass der gesamte Luftverkehr, der auf europäischen Flughäfen landet oder startet, von dieser Regelung betroffen ist. Nun gibt es Einschränkungen hinsichtlich des geographischen Anwendungsbereichs. Dies war erstmals 2012 der Fall und wurde dann für die Jahre 2013 bis 2016 verlängert.

Überschreitung: zu wenige CO2-Zertifikate gekauft

Auch bei der Einhaltung dieser Richtlinie gibt es erhebliche Schwierigkeiten. Der Deutschland zugeteilte Luftverkehr berichtete 16 Millionen Tonnen CO₂. Tatsächlich war die angefallene Menge wesentlich größer. Laut Eurocontrol betrug die insgesamt angefallene CO₂-Menge 49,5 Millionen Tonnen. Eine Überschreitung von 70 Prozent.

Aufgrund der vom Luftverkehr geschaffenen Tatsachen, begann am 1. Januar 2013 eine neue Handelsperiode (2013 bis 2020). Normaler Weise lag der Abgabetermin für den Reportingzeitraum 2013 im Jahr 2014. Diese Frist wurde um ein Jahr verlängert und auf 2015 verlegt.

Ausnahmeregelungen für den nichtgewerblichen Luftverkehr

Ebenso gibt es nun Ausnahmeregelungen für den nichtgewerblichen Luftverkehr, so lange der jährliche CO₂-Ausstoß unter 1.000 Tonnen bleibt. Diese Regelung gilt vom 01.01.2013 bis 31.12.2020. Ebenso wurde die Einreichung der Berichte für den Emissionshandel der Emissionsrechte in 2013 und 2014 auf Ende März 2015 verlegt. Auf diese Weise ist es nun möglich, eventuelle Überschreitungen der ausgestoßenen Emissionen auf das nächste Jahr mit zu nehmen und so die Bilanz schön zu rechnen.

Insgesamt kann man also sagen, dass die einstmals gut gemeinte Regelung ziemlich wirkungslos verpufft ist. Es ist anzunehmen, dass die Europäische Union auch in den nächsten Jahren weitere Zugeständnisse im Bereich Emissionshandel machen wird.


Bildnachweis: © morguefile.com – tomboy

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About Author

Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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