Benzinpreis in zehn Jahren: Hoher Benzinpreis vermiest die Fahrt

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Auch der beste Umweltschützer und Naturfreund ist ab und zu mit dem Auto unterwegs – wer ist schon gänzlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln mobil? Meist stellen diese nur eine Ergänzung zum eigenen Auto dar oder sind die Alternative für all jene Menschen, die aufgrund ihrer Wohnsituation kein eigenes Fahrzeug benötigen. Unter den Wenigfahrern sind nicht selten viele Umweltschützer zu finden. Was sagen diese zu einem hohen Benzinpreis in zehn Jahren?

Benzinpreis in zehn Jahren als Plus für die Umwelt?

Viele Umweltschützer sehen einen hohen Benzinpreis durchaus positiv. Schließlich sorgt er dafür, dass weniger Menschen mit dem Auto unterwegs sind – nicht aus Einsicht, sondern weil die Fahrten schlicht zu teuer geworden sind. Für die Umwelt bedeutet das natürlich eine deutlich geringere Belastung mit schädlichen Abgasen. Es wird weniger Kraftstoff verbraucht, kurze Wege werden bevorzugt. In dem Zuge kann davon ausgegangen werden, dass die regionale Wirtschaft unterstützt wird: Obst muss nicht teuer aus dem Ausland zu uns gebracht werden, es kann auch vergleichsweise schonend von heimischen Obstbauern in den Supermarkt gelangen. Realistisch ist dies dennoch nicht, denn zum einen kann der Bedarf nur über regionale Anbieter meist gar nicht gedeckt werden, zum anderen sind die Preise im Ausland oft so niedrig angesetzt, dass Lebensmittel oder andere Produkte trotz Import immer noch deutlich günstiger sind. Daran ändert auch ein hoher Benzinpreis in zehn Jahren kaum etwas.

Viele Umweltschützer gehen davon aus, dass ein Umdenken nur über den Geldbeutel erreicht werden kann – dem ist aber nicht so. Das Umdenken beginnt bei täglichen Handlungsweisen und eingeschlichenen Kaufstrategien, wenn diese nicht geändert werden, hilft auch ein hoher Benzinpreis in zehn Jahren wenig.

Der Klimawandel hat längst eingesetzt und so verwundert es nicht, dass sich viele Umweltschützer darüber ängstigen, welche Konsequenzen mit einem sinkenden Benzinpreis einhergehen würden. Allerdings muss hier bedacht werden, dass es nicht der „kleine“ Autofahrer ist, der die Umwelt am meisten schädigt. Die großen Konzerne überall auf der Welt tragen eine weitaus größere Schuld – diese Konzerne können aber meist nicht durch einen hohen Benzinpreis erreicht werden. Wirklich gedient ist mit dem hohen Preis also am ehesten dem Staat, der dadurch mehr Steuern einnimmt. Leider werden diese aber nicht bzw. selten im Sinne des Umweltschutzes investiert.

Wie hat sich der Benzinpreis in den letzten zehn Jahren entwickelt?

Der Benzinpreis ist in den letzten Jahren – von Schwankungen einmal abgesehen – kontinuierlich nach oben geklettert. Lag er im Jahr 2005 noch bei rund 121 Cent je Liter Superbenzin, wurde er für 2015 mit durchschnittlich 136 Cent je Liter angegeben. Die Anzahl der Zulassungen von Pkw in Deutschland lag im Jahr 2005 bei 3,34 Millionen, in 2015 waren es 3,21 Millionen. Daraus könnte man schließen, dass die Zulassungen sinken, wenn der Benzinpreis in zehn Jahren steigt. Das zeigt auch der Vergleich der Preise von 2011 und 2012 mit den Zulassungen im gleichen Zeitraum: 2011 wurde der Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin mit 152,2 Cent angegeben, im Jahr 2012 waren es 159,8 Cent je Liter. 2011 wurden 3,17 Millionen Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, 2012 nur noch 3,08 Millionen. Wie daraus zu erkennen ist, geht ein hoher Benzinpreis mit einer sinkenden Anzahl an Neuzulassungen einher. Verständlich, dass so mancher Umweltschützer darauf dringt, dass der Benzinpreis in zehn Jahren so hoch wie möglich angelegt ist. Für die Jahre 2016 bis 2018 ist eine leichte Senkung der Zulassungszahlen von 3,21 auf 3,19 Millionen Fahrzeuge prognostiziert worden. Der Benzinpreis wird voraussichtlich kaum weiter sinken, weil die Steuern bzw. Abgaben einfach zu hoch sind. Der Liter Super kostet im Einkauf rund 40 Cent – die Differenz zum Verkaufspreis an der Zapfsäule machen Mehrwertsteuer und Co. aus.


Bildnachweis: © Fotolia – blackday

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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